1. Februar TURNIERSYSTEME
    KALENDER: Leonid Kritz *1984, dt. GM

    Schweizer-, Runden-, K.-o.-System, Scheveninger System

    RUNDENTURNIER: Jeder spielt gegen jeden, was zunächst sehr gerecht erscheint, da es kein Auslosungsglück gibt. Allerdings werden in der Praxis sehr viele Remis- partien gespielt. Als Feinwertung kommt bei Punktegleichstand das Sonneborn- Berger-System zur Anwendung. Dieses wurde 1873 von Oscar Gelbfuhs entwickelt und 1883 von William Sonneborn und Johann Berger bei einem Liverpooler Turnier erstmals erprobt. 1886 war es endgültig etabliert. Funktionsweise: Nur die Punkte der Gegner, gegen die man gewonnen hat, werden addiert. Analog kommen bei Remis die halben Punkte in die Rechnung. Wer gegen die stärkeren Spieler besser ab- schneidet, wird dadurch belohnt.

    SCHWEIZER-SYSTEM: Bei großen Teilnehmerzahlen, etwa in einem Open, ist diese Turnierform sehr populär. Eine feste Zahl von Runden (meist 7, 9 oder 11) wird gespielt, wobei die Paarungen nach fixen Regeln erfolgen:
    (1) Kein Spieler darf zweimal den gleichen Gegner haben.
    (2) Spieler mit gleicher Punktezahl müssen wenn möglich gegeneinander spielen.
    (3) Ist dies nicht zu machen, muss ein Gegner mit möglichst nah liegender Punktezahl gewählt werden.
    (4) Vor Turnierbeginn wird eine Rangliste nach Elo-Punkten erstellt und danach der erste Spieler der oberen Hälfte gegen den ersten Spieler der unteren Hälfte gesetzt usw. Das Schweizer System liefert für die Rangordnung gute Ergebnisse in den oberen und unteren Rängen, ist allerdings im Mittelfeld sehrzufallsabiıängig. Als Feinabstufung dient hier die Buchholz-Wertung, die Bruno Buchholz aus Magdeburg 1932 entwickelte. Funktionsweise: Nach Turnierende werden die Punkte aller Gegenspieler zur Buchholz-Zahl addiert. Bei Punktegleichheit entscheidet diese über die Platzierung. Erstmals wurde dieses System 1895 bei einem Züricher Turnier erprobt. Auch heute hat man beim Punktgleichstand noch die Buchholzwertung als Feinwertung, um den endgültigen Sieger küren zu können.
    Als Erfinder darf man Julius Müller betrachten.

    K.-0.-SYSTEM: Dieses wird meist bei Kandidatenkämpfen zur Weltmeisterschaft oder ähnlichen Großereignissen verwendet. Oft geht es über mehrere Partien (6, 8 usw.). Bei Gleichstand wird meist mit verkürzter Bedenkzeit weitergemacht (Schnellschach). Bei neuerlichem Gleichstand erfolgt ein Tiebreak nach Blitzregeln (5-Minuten-Partien). Sollte auch hier keine Entscheidung gefallen sein, wird eine letzte Blitzpartie angehängt, in der Weiß 5, Schwarz 4 Minuten auf der Uhr hat (im Englischen Armageddon Game). Weiß muss dabei gewinnen.

    SCHEVENINGER SYSTEM: Turnierform, bei der jeder Spieler einer Mannschaft ge- gen jeden Spieler der anderen Mannschaft antritt. Beliebt ist das Scheveninger System vor allem bei Schnell- und Blitzturnieren. Der historische Hintergrund ist ein Tur- nier im holländischen Seebad Scheveningen (1923), wo die eingeladenen Gäste gegen die Vertreter des Gastgeberlandes antraten. Oft wird diese Turnierform mit dem Rutschsystem gekoppelt, wo eine Tischseite nach jeder Runde um einen Platz weiterrutscht.



Quelle: -pdf.

Schachkalender 26.02. proSchach.de
Schachkalender, Zitate, Schachanekdoten und Schachgeschichte, Schachtageskalender 26.02.

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