5. März BIOGRAFIE: SIEGBERT TARRASCH

KALENDER: Szymon Winawer *1838-1920, poln. Meister Siegbert Tarrasch *1862-1 934, dt. GM und Autor- Benjamin Markowitsch Blumenfeld †1947- Ludmila Rudenko †1986 – Daniel Yanovsky †2000

Lehrmeister des Schachspiels

Anfang der neunziger Jahre des 19. Jahrhunderts eilte Siegbert Tarrasch von Turniererfolg zu Turniererfolg
(Breslau, Manchester, Dresden, Leipzig), mit den Höhepunkten 1898 beim Kaiser-Jubiläums-Turnier in Wien und 1903 in Monte Carlo.

lnsgeheim nannte man ihn „Turnierweltmeister“. Doch der echte Titel blieb Tarrasch versagt. 1892 lehnte er einen WM-Kampf in Havanna gegen Wilhelm Steinitz aus beruflichen Gründen ab. Danach stand tragischerweise Emanuel Lasker zwischen ihm und der Schachkrone. Laskers Erklärung für Tarraschs Versagen beim letzten Schritt zum Gipfel: Vielleicht war er in seinem Innersten doch nicht der Kämpfer schlechthin, vielleicht ging es ihm zu sehr um die Schönheit des Spiels (Credo: ››Das Schach hat wie die Liebe, wie die Musik die Fähigkeit, den Menschen glücklich zu machen«). Tarrasch sah einen Zug als schön an, wenn er auch tiefgründig war, Lasker dagegen kam es auf die Wirksamkeit an. Die Entscheidung über dieses Auffassungsunterschiede brachte der WM-Kampf 1908: 8:3 für Lasker, bei fünf Remisen. 1914 wurde Tarrasch völlig verdient gemeinsam mit Lasker, Capablanca, Aljechin und Marshall von Zar Nikolaus ll. zum Schachgroßmeister ernannt.

Siegbert Tarrasch wurde am 5. März 1862 in Breslau geboren. Dort studierte er auch Medizin und praktizierte zeitlebens erfolgreich als Arzt. Schach war jedoch seine wahre Leidenschaft. Schon zu Lebzeiten wurde der scharfzüngige, prinzipientreue, reizbare und gleichzeitig dogmatische Tarrasch als „Praeceptor Germaniae“ (Lehr- meister Deutschlands) angesehen. Er war es auch, der mit seinen exzellenten Lehr- werken die moderne Schachschule begründete:
Bis heute haben „Das Schachspiel“, “300 Schachpartien“ und „Die moderne Schachpartie“ Generationen von Spielern beeinflusst.

Seine Lehrsätze im Schachspiel gipfeln in klaren Forderungen:
Es gibt in jeder Stellung einen absolut besten Zug.
Jeder Zug muss zur Entwicklung beitragen. Bauerngewinn in der Eröffnung bringt nichts.
Tempogewinn ist gleich Raum- und Zeitgewinn.
Die Besetzung des Zentrums ist entscheidend, Läuferpaar und offene Linien sind wichtig,
Türme gehören im Endspiel hinter die Freibauern.
Tarrasch wollte Schach in Deutschland als Volkssport etablieren.

lm Oktober 1932 gründete er zu diesem Zweck das populäre Magazin Tarraschs Schachzeitung. Schon vor dem Ersten Welt- krieg stand er in theoretischem Streit mit den Hypermodernen, allen voran Aaron Nimzowitsch. Nun wurde der »Kampf um das Zentrum« zur schachtheoretischen Causa prima erklärt. Hier gab es letztlich keinen Sieger. Siegbert Tarrasch starb hoch- angesehen am 17. Februar 1934 in München.

Was uns bleibt, ist sein wunderbarer Spruch: „Vor das Endspiel haben die Götter das Mittelspiel gesetzt“.


Quelle: -pdf.

Schachkalender 05.03. proSchach.de
Schachkalender, Zitate, Schachanekdoten und Schachgeschichte, Schachtageskalender 05.03.

About the Author