9. März PORTRÄT: ROBERT JAMES FISCHER I

KALENDER: Grigorí Löwenfisch 1889-1961, russ. GM -Robert Fischer *1943, am. WM 1972-1975

Robert »Bobby« James Fischer
9. März 1943 in Chicago
Vereinigte Staaten von Amerika
11. Schachweltmeister von 1972 bis 1975

“l believe l’ll be world champion soon“
Fischer ist schon zu Lebzeiten ein Mythos. Über ihn wurde mehr geschrieben als über jeden anderen Schachspieler der Geschichte.
Ohne Übertreibung darf man sagen, dass Fischer Schach zum Allgemeingut machte.

Fischer war quasi die Schachrevolution des 20. Jahrhunderts. Auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges 1972 besiegte Bobby den Russen Boris Spasski im »Match des Jahrhunderts« – und doch repräsentierte er nur sich selbst. Fischer war ein individueller Schachprofessional und stand damit im krassen Gegensatz zum sowjetischen Kollektivismus.

Bobby Fischer hatte ein phänomenales Charisma, doch ungeheure menschliche Defizite. Reuben Fine, Schach-GM und Psychiater, konstatierte bereits in den fünfziger Jahren schwerwiegende psychische Probleme. Das Schachspiel bot Bobby die Möglichkeit, seine Machtphantasien auszuleben und sich für die Kränkungen des Lebens zu rächen. Obwohl selbst Amerikaner jüdischer Herkunft, äußerte sich Fischer wiederholt antiamerikanisch und antisemitsch.

lm Internet und in Radiointerviews ver- breitete er antijüdische Hetztiraden und leugnete sogar den Holocaust. Nach den Anschläge am 1 1. September 2001 äußerte er sich noch am selben Tag in einem Ra- diointerview in Tokyo positiv über den Terrorangriff auf das World Trade Center. lm Wortlaut: ››Das sind wundervolle Neuigkeiten« und »Fuck the USA«. Nun wurde Bobby Fischer aus dem dem US-Schachverband ausgeschlossen. Inzwischen ist er auch nicht mehr amerikanischer Staatsbürger. Ein dreimonatiger Schaukampf 1992 im Jugoslawien des Diktators Slobodan Milosevic während des Bürgerkrieges stieß zwar auf gewaltiges Medieninteresse, doch brachte er Bobby Fischer wegen des US-Embargos mit dem Gesetz in Konflikt. Als Reaktion darauf schrieben die USA Fischer per Haftbefehl weltweit zur Fahndung aus.

Der Comebackgegner war der alte Rivale Boris Spasski (für die Statistik: Fischer gewann 17,5:12,5). Seit 2000 lebte Fischer in Japan, bekam jedoch anlässlich seines 62. Geburtstags den isländischen Ausländerpass und bald darauf die Staatsbürgerschaft dieses nordeuropäischen Staates. Drei Tage später kam Fischer in Begleitung seiner Verlobten in Island an.

Kasparow in – Meine großen Vorkämpfer – :
„Die Tragödie bestand darin, dass der Maßstab seiner Persönlichkeit nicht dem seines Talents entsprach“.

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Quelle: -pdf.

Schachkalender 09.03. proSchach.de
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