18. März KÖNIGLICHE LEGENDEN

KALENDER: Jim Plaskett *1960, engl. GM u. Autor • Wassili lwantschuk *1969, ukrain. GM
Iwan der Schreckliche 25. August 1530 – 18. März 1584

Tamerlan, der Herrscher der Mongolen, war der Legende nach vom Schach be­ sessen.
Dies ging so weit, dass er einen seiner Söhne Shah-rukh (König-Turm) nannte.

Harun al-Raschid, Kalif von Bagdad, ließ, so die Legende, die Mädchen seines Serails im Schach ausbilden.
Gemäß einer Geschichte aus Tausendundeine Nacht erfand dabei eines der Mädchen das würzige Strip-Schach.

AI-Muktafi, Kalif von Bagdad, entließ seinen langjährigen Protege al-Mä­wardi nach der Niederlage gegen as-Süli mit den Worten:
»Dein Rosenwasser ist zu Urin geworden.«
Das Rosenwasser darf als Anspielung auf den persi­schen Namen al-Mäwardis verstanden werden.

Berthelot, dem Neffen Karls des Großen, wurde von einem erzürnten Ritter
mit einem goldenen Schachbrett der Schädel eingeschlagen.

Ludwig XIV. war gegen einen seiner Höflinge in eine kritische Stellung geraten. Die Gemüter erhitzten sich. Der gesamte Hof erstarrte zu angsterfülltem Schwei­ gen. Plötzlich betrat ein alter und ehrwürdiger Höfling die Szene. Von Ludwig in ärgerlichem Ton um Bestätigung seiner Stellungseinschätzung gefragt,
kam die unerwartete Antwort: »Sie liegen falsch, Sire.« »Wie das?«, so der erboste König.
»Nun, wenn Sie besser stünden, wäre jeder der Anwesenden nur allzu begierig
gewesen, Ihnen dies mitzuteilen.« Der amüsierte König ließ Gnade walten.

König Philipp von Spanien organisierte das erste internationale Turnier der Ge­schichte. Enttäuscht musste er die Überlegenheit der Italiener anerkennen. Dennoch gab es für Leonardo die großzügige Entlohnung von tausend Goldstücken.

Iwan der Schreckliche, der erste Zar, war in Sachen Schach offensichtlich ähnlich
zweigeteilt wie in seiner Haltung zum Leben. Einerseits fromm und väterlich, pack­ten ihn Wahnmomente, in denen er Tausende Menschen unter blutiger Folter ster­ben ließ. 1551 wurde Schach als hellenistische Teufelei verbannt, doch in späteren Jahren dürfte sich der Zar zum taktischen Kombinieren hingezogen gefühlt haben. Während einer Partie gegen Boris Godunow ereilte ihn schließlich der Tod.

Heinrich VIII. war ein Freund des Schachspiels. Unter anderem genoss er es, mit
Anne Boleyn, seiner Gemahlin, die er später wegen Ehebruchs enthaupten ließ, zu spielen.

Karl I. war, während er die Nachricht von seiner Auslieferung an die Schotten er­hielt,
in eine Partie verwickelt. Gelassen und stoisch beendete er das Spiel.

Königin Victoria war eine echte Schachliebhaberin.
Im Nachlass Paul Morphys fand sich ein mit Schafhaut überzogenes, von der Königin signiertes Brett. Waren sich die beiden je begegnet? Vielleicht. Jedenfalls berichtet der New Orleans Times Democrat vom 11. Juli 1884 von einer Partie, in der Morphy der Monarchin großmütig den Sieg überließ.


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Schachkalender 18.03. proSchach.de
Schachkalender, Zitate, Schachanekdoten und Schachgeschichte, Schachtageskalender 18.03.

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