3. April VERBLÜFFENDE FAKTEN

KALENDER:  Ernst Grünfeld …+…1962 Michel Oratovsky *1974, isr. GM • Anatoli Karpow wird 1975 zum Weltmeister ernannt

lljin-Genewski: Nachdem Alexander lljin 1914 im Genfer Turnier siegreich geblieben war,
fügte er seinem Namen den Ehrentitel „Genewski“ an. Dramatischer war lljin-Ge­ newskis völliger Erinnerungsverlust nach einem im Krieg erlittenen Trauma. Er lernte Schach von Grund auf neu – und erreichte neuerlich Meisterstärke. 1925 siegte lljin­
Genewski gegen Capablanca, die Schachmaschine aus Kuba.

Isaac Leopold Rice: Der New Yorker Anwalt
Rice versuchte seinem selbstkreierten Rice­ Gambit zum Durchbruch zu verhelfen, indem er immense Geldsummen (50 000 Dollar wer­ den kolportiert) in Turniere und Fernschach­ wettkämpfe investierte. Selbst Koryphäen wie Lasker, Marshall, Pillsbury, Schlechter, Ja­ nowski, Mieses, Teichmann und Tschigorin konnten sich dem nicht versagen. Allein, es half alles nichts.
Die Eröffnung
1.e4 e5 2.f4 exf4 3.Sf3 g5 4.h4 g4 5.Se5 Sf6
6.Lc4 d5 7.exd5 Ld6 8.0-0 Lxe5 9.Te1 De7 10.c3 (siehe Diagramm)
erwies sich als minderwertig, verspricht sie doch Weiß nicht einmal Ausgleich.

McDonald: Eine Analyse des Großmeisters McDonald zeigt folgendes kuriose Fak­tum:
Der – zugegeben – seltene Zug Kb5 hält alle Erfolgsrekorde bei WM-Partien.
Morphy, Capablanca, Spasski und Fischer haben eine fast blütenweiße Bilanz,
wenn sie den König auf dieses Feld zogen.

Frank Brady: In seinem 1973 erschienenen Buch Profile of a Prodigy macht Brady über Bobby Fischers Zukunft folgende Voraussage: »Fischer ist offensichtlich noch auf dem Wege der Entwicklung und wird sich unzweifelhaft, wie Lasker und Steinitz, einer über Jahr­ zehnte andauernden Herrschaft erfreuen.«
Nun, die Wahrheit wird an anderer Stelle des Sammelsuriums beschrieben.
Interessant ist eine Rezension von W. H. Cozens im British Chess Magazine vom Oktober 1974: »
… klingt verdächtig nach dem, was über die meisten Weltmeister im Moment ihres Sieges geschrieben wurde.
Mit Nachdruck sagte man das [lange Herrschaft als Weltmeister] über Capablanca,
der seinen Titel beim ersten Versuch der Verteidi­ gung verlor.
Eswurde auch Tal prophezeit, der den Titel nur ein Jahr behielt. Wir werden sehen.«

Königstedt: Im ältesten schwedischen Schachbuch Kort Afhandling von Königstedt,
herausgegeben in Stockholm 1784, findet sich ein verblüffender Strategievorschlag:
Gute Spieler rochieren nie. Eine spätere Ausgabe von 1806 schwächt dies etwas ab:
Gute Spieler rochieren selten.

Stöbeck: Eine alte Ströbecker Tradition (aus dem 17. und 18. Jh.) verlangte, dass sich
ein Bräutigam in einer Schachpartie gegen den Bürgermeister der Hochzeit würdig erweisen musste. Im Falle eines Verlustes stand ein Obulus für die Gemeindekasse an beziehungsweise ein neuerlicher Versuch im darauffolgenden Jahr.
Arme Bräute!
Heute lebt dieser Brauch eher scherzhaft wieder auf. (Schachdorf Ströbeck – Sachsen-Anhalt Deutschland)


Quelle: -pdf.

Schachkalender 03.04. proSchach.de
Schachkalender, Zitate, Schachanekdoten und Schachgeschichte, Schachtageskalender 03.04.

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