13. April BIOGRAFIE: GARRI KASPAROW

KALENDER:  Jean Dufresne †1893 – Garri Kimowitsch Kasparow *1963, aserbaid.-russ. WM 1985-1993-(2000) – Konstantin Sakajew *1974, russ. GM – Aivars Gipslis †2000

Garri Kimowitsch Kasparow und Das andere Russland

Für viele Beobachter gilt Garri Kimowitsch Kasparow als der beste Schachspieler aller Zeiten.
Nicht allein wegen der vor Magnus Carlsen mit 2851 Punkten höchsten je erreichten Elozahl, sondern vor allem wegen seiner dynamischen aggressiven Spielweise, die, gepaart mit ei- nem immensen eröffnungstheoretischem Wissen, zwei Jahrzehnte lang sämtliche Gegner in die Schranken wies. Daneben nahm Kasparow den Kampf ››Mensch gegen Maschine« auf, den er letztlich als Punktsieger beendete (1996 gegen Deep Blue 4:2 bei einer Niederlage; 2003 gegen Deep Junior 3:3).

1999 trat Garri Kimowitsch publikumswirksam »Gegen die Welt« an, online über ein lnternetportal.
Jedermann konnte über den nächsten Zug abstimmen. Nach vier Monaten siegte Kasparow im 62. Zug. Seit 2003 gibt er unter dem Titel Meine großen Vorkämpfer eine auf 7 Bände konzipierte Geschichte der Schachweltmeister heraus. Am 10. März 2005 erklärte Kasparow völlig überraschend seinen Rücktritt vom aktiven Schach. Seither führt er als Politiker eine neue Schlacht abseits des Schachbretts.
Er kämpft verbissen für das oppositionelle Bündnis ››Das andere Russland«. Ausgang ungewiss!
(Er hat massiv versucht die Ordnung bis zur Ära-Putin zu verändern und sich auch im Ukraine-Krieg klar positioniert, wobei eine Verschiebung der Nato in Richtung Russlands-Grenzen 1989 ausgeschlossen wurde.)

Garri Kimowitsch Kasparow wurde am 13.April 1963 in Baku als Garik Weinstein geboren. Seine Mutter Klara Kasparjan, eine Musiklehrerin, hatte armenische Wurzeln, sein Vater Kim Weinstein, der früh starb, war ein deutschstämmiger Jude.
Wegen antisemitischer Stimmungen entschied man sich im Alter von zwölf für eine Namensänderung auf Kasparow (die russische Form von Kasparjan). Kasparow lernte Schach früh kennen. ln eigenen Worten: ››lch hatte noch nie Schach gespielt, aber ich sah gespannt zu, wie sie sich abmühten . . . und schließlich resigniert aufgaben. Am nächsten Morgen zeigte ich ihnen den zur lösungsführenden Zug.« Ein erster Einstieg im Palast der Jungpioniere in Baku wurde bald durch die Botwinnik-Schachschule abgelöst.
Mit 17 Jahren war Kasparow Großmeister und wurde im selben Jahr auch Junioren-Weltmeister. Die Straße zum WM-Titel war jedoch dornig. Karpow war vom System erwünscht. Kasparow weigerte sich, seine Schachanalysen zur Verfügung zu stellen, und ließ damit früh einen Keil zwischen sich und der allmächtigen Schachbehörde zu. Dennoch setzte er sich im Kandidatenzyklus für die Weltmeisterschaft durch. Am 10.9.1984 begann das längste Drama der Schachgeschichte, der letztlich unter mysteriösen Umständen beim Stand von 3:5 (aus Sicht Kasparows) abgebrochene Kampf gegen Anatoli Karpow.

Die Wiederholung im Oktober 1985 brachte Kasparow den Titel. Noch dreimal trat er gegen seinen Erzrivalen an. Dann folgte der dra- matische Bruch mit der FIDE, das Schisma durch die Gründung der PCA. inoffizielle Titelkämpfe gegen Short und Anand folgten, im Jahr 2000 der überraschende Verlust der Schachkrone gegen Wladimir Kramnik. Was auch immer bis dahin oder danach geschah, Kasparow dominierte das Spitzenschach von 1983 bis 2000 in nie gekannter Weise, ähnlich wie Magnus Carlsen (Norwegen).
Folgerichtig erschien nur ein Name fett in den Schlagzeilen: Garri Kasparow.

Quelle: -pdf.

Schachkalender 13.04. proSchach.de
Schachkalender, Zitate, Schachanekdoten und Schachgeschichte, Schachtageskalender 13.04.

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