25. April KOMETEN AM SCHACHHIMMEL o. doch nur Sternschnuppen?

KALENDER: John Nunn *1955, brit. GM Mir Malik Sultan Khan (*1905) †1966, ind.-engl. Meister

 

Klaus Junge – Ein Opfer des Krieges

Vielleicht das größte deutsche Schachgenie seit Lasker – und welch tragisches Schicksal!
Um den Söhnen eine gute Erziehung angedeihen zu lassen, emigrierten die deutschen Eltern aus Chile, wo Junge am 1.Januar 1924 geboren wurde. Und wie Klaus ließen auch seine Brüder ihr Leben im Krieg. Junge starb 17 Tage vor Kriegsende durch eine Granate, im Tornister die Analyse eines interessanten Endspiels. Seine erste Begegnung gegen den großen Aljechin ging durch die Schachgazetten – unerschrocken schlug Junge den Champion, und Aljechin sah in diesem Wunderkind bereits seinen zukünftigen Gegner um den Schachthron.

Mir Malik Sultan Khan – Genie ohne Theorie

lm Jahre 1928 brachte ein britischer Oberst einen indischen Diener mit in die Hei- mat. Der Name des 23-Jährigen war Mir Malik Sultan Khan. Er konnte, so sagen zeit- genössische Quellen, weder lesen noch schreiben, aber er spielte exzellentes Schach, nach den indischen Regeln. Von Eröffnungstheorie hatte Sultan Khan nie etwas gehört. Nach nur einem Jahr gelang es diesem Naturtalent sensationell, die englische Meisterschaft zu gewinnen. 1931 und 1933 wiederholte er dieses Kunststück. Sultan Khan bezwang auch den Exweltmeister Capablanca und Schach- größen wie Rubinstein und Flohr. Ein Schachwunder machte die Runde. Als jedoch besagter Oberst 1 933 wieder nach Indien musste, nahm er, kein Kenner des königlichen Spiels, seinen Diener mit zurück in dessen Heimat. Damit ging der Schachwelt der rätselhafteste Spieler aller Zeiten für immer verloren.

Carlos Torre Repetto – Der Stern von Mexiko

1925 war das Jahr des brillanten Mexikaners Carlos Torre Repetto. Sein Stern sollte allerdings nach nur 136 Tagen für immer verglühen. Torres geistiger Gesundheitszu- stand verbot bereits im Alter von 22 Jahren jegliche übermäßige Anstrengung. Sein erstes Auftauchen in den USA war eine große Überraschung. Immerhin fegte Torre alle amerikanischen Gegner vom Brett. Seine sechs Monate in Europa gaben Hoff- nung auf eine große Zukunft. ln Moskau führte er lange das Feld an, mit einem sensationellen Gewinn gegen Lasker. Der Ex-Weltmeister im Kommentar: ››Torres erste Schritte sind solcher Art, wie sie zukünftige Weltmeister machen.« Doch das Schicksal wollte es anders. Immerhin wurde Torre in Anerkennung früherer Leistungen mit 73 Jahren zum Großmeister ernannt.


Quelle: -pdf.

Schachkalender 25.04. proSchach.de
Schachkalender, Zitate, Schachanekdoten und Schachgeschichte, Schachtageskalender 25.04.

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