06. Mai UMS NACKTE LEBEN

KALENDER: Jens-Uwe Maiwald *1974, dt. GM Robespierre (6. Mai 1758 – 28. JuIi 1794

Robespierre (6. Mai 1758 – 28. JuIi 1794)

Eine Geschichte von Jewgeni Sagorjanski erzählt von einer Schachwette ums nackte Leben. Der gewaltige wie auch gewaltbereite Abu-Jafar bot dem berühmten Leonardo einhundert Goldstücke, falls er eine Schachpartie auf Leben und Tod gewänne. lm Falle des Partieverlusts jedoch müsste Leonardo über die frei über dem blauen Ozean schwankende Planke ins offene Meer springen.

zu Robespierre – der Unbestechliche
Die folgende Legende hat einen authentischen Hintergrund. Maximilian de Robespierre war während der Jahre der Französischen Revolution häufiger Gast im Café de Ia Régence. Eines Tages wurde er von einem Besucher um eine Partie gebeten. Der Gewinner sollte einen Wunsch frei haben. Robespierre verlor die Partie und wurde zu seinem Erstaunen Zeuge einer überraschenden Demaskierung. Sein Gegenüber nahm unvermittelt den Hut ab und zeigte ihr wallendes langes Haar. Mit hoher Stimmlage bat das Mädchen den “Unbestechlichen”, ihren Verlobten vor dem Tod durch die Guillotine zu retten. Robespierre blieb seinem Ruf als unbestechlicher Ehrenmann treu und unterzeichnete das Gnadengesuch.

Schach schon bei den Inkas
Atahuallpa, der letzte König der lnkas, räusperte sich beim fälschlichen Griff des Kapitäns nach dem Läufer statt nach dem Turm während einer Partie zwischen Kapitän de Soto und dem Schatzmeister Pizarros, Riquelme. Bald darauf sollte sich dieser Übergriff rächen, als nämlich über das Schicksal des lnkakönigs abgestimmt wurde. Es stand 12:11, wobei Riquelmes Stimme noch offen war. Ein Unentschieden hätte die Entscheidung an den spanischen Hof delegiert. Doch Riquelme hatte die Schachpartie nicht vergessen. Das fatale Ende: Atahuallpa wurde als letzter lnkaführer hingerichtet.

Ums nackte Leben gebangt
Professor Konstantinov, ehemaliger lnsasse eines deutschen Konzentrationslagers, berichtete 1970 im russischen Fernsehen über eine unglaubliche Partieszene aus dem Jahr 1944. Ein deutscher SS-Offizier, der von Konstantinovs Schachstärke gehört hatte, betrat die Baracke, setzte sich ans Spielbrett und öffnete seinen Pistolengürtel mit den Worten: ››Du hast Weiß.« Um den zwanzigsten Zug herum hatte Konstantinov ein Matt in 3 auf dem Brett. Fahl im Gesicht, flüsterten die Zeugen des Matches ihre Warnungen. Das Leben des Schachmeisters stand auf dem Spiel. Vergeblich. Konstantinovs Stolz siegte über seine Angst. Er zog einmal, zweimal.
Plötzlich stand der SS-Scherge auf, murmelte die Worte: ››Du hast Glück, Mensch« und verließ die Baracke.
Alle Beistehenden stürzten sich in stillem Jubel auf ihren geschockten Helden.


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Schachkalender 06.05. proSchach.de
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