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Schachkalender – 08.05.

08. Mai ALAN TURING

KALENDER: Juan BellĂłn Lopez *1950, span. GM

Auf Alan Turings Spuren -â€ș 9. Mai

1945: Alan Turing (1912-1954) nimmt Schach als Demonstrationsbeispiel fĂŒr die Möglichkeiten von Computern.
1947: Alan Turing legt erste Kriterien fĂŒr ein Schachprogramm fest.
1949: Claude Shannon (1916-2001) entwickelt Ideen fĂŒr ein Programm, das ZweizĂŒger lösen könnte.
1950: Alan Turing schreibt das erste Computer-Schachprogramm und stellt den sogenannten Turing-Test vor:
Sollte ein Mensch nicht zwischen den FĂ€higkeiten von Mensch und Maschine unterscheiden können, wĂ€re KĂŒnstliche Intelligenz geschaffen. Schach als Experimentierfeldl
1950: Claude Shannon schreibt im Philosophical Magazine Vol. 41, Nr. 314 den ersten Artikel ĂŒber Computerschach.
1956: MANIAC I in Los Alamos ist der erste Schachcomputer, allerdings auf einem 6×6- Feld. Daten: Memory-Speicher 600 Worte, 80K, 1 1 KHz Geschwindigkeit, 2.400 Vakuumröhren.
1957: Alex Bernstein schreibt am MIT ein Programm fĂŒr einen IBM 704: 42.000 Instruktionen pro Sekunde.
1958: IBM 704 besiegt zum ersten Mal einen Menschen, einen blutigen AnfÀnger, dem die Zugregeln erst eine Stunde zuvor beigebracht worden waren.
1962: Alan Kotok schreibt das erste vollwertige Schachprogramm, das auf einem IBM 7090 lÀuft (1100 Positionen pro Sekunde).
1963: Michail Botwinnik sagt den Sieg der Maschine ĂŒber den Menschen voraus.
1966 (22. November): Eine Fernpartie zwischen einem sowjetischen und einem amerikanischen Schachprogramm beginnt. Nach neun Monaten steht es 3:1 fĂŒr die Sowjets. FrĂŒhe Ehre fĂŒr die sowjetischen Programmierer.
1966: MAC HACK VI von Richard Greenblatt, MIT, programmiert, spielt in einem Amateurturnier (1 Unentschieden,4 Niederlagen) mit einer Ratingperformance von 1243. 1967: MAC HACK VI, der erste gewerblich vertriebene Schachcomputer, wird Ehrenmitglied der US-Schachföderation.
1968: IM David Levy wettet um 3000 US-Dollar, dass ihn innerhalb von zehn Jahren kein Schachcomputer schlagen könne.
1970: CHESS 3.0 gewinnt das erste Schachcomputer-Turnier.
1971-1973 CHESS 3.5, CHESS 3.6 und CHESS 4.0 siegen auch in den Folgejahren.
1974: KAISSA, ein russisches Programm, gewinnt vor CHESS 4.0 die erste Computer-WM in Stockholm mit 4 Siegen. Programmierer: Donskoi und Arlazarow.
1975: David Bronstein analysiert mit Hilfe der Endspieldatenbank von KAISSA eine HĂ€ngepartie, die er in der Folge auch gewinnt.
1976: CHESS 4.5 gewinnt das B-Turnier der PauI-Masson-Veranstaltung in Kalifornien mit einer Performance von 1950 Elo.
1976: Die Rochade wird von Computerprogrammen voll beherrscht.

Teil 2 am 09.05.




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Schachkalender – 07.05.

07. Mai SPIELMANNS MAGIE

KALENDER: Eric Lobron *1960, dt. GM – Marat Makarow *1963, russ. GM – Tal wird 1960 gegen Botwinnik Weltmeister

Großmeisterliche ZĂŒge gesucht – im Bann von Spielmann

Suchen Sie in den folgenden Diagrammen nach dem Großmeisterzug Ă  la Rudolf Spielmann (E -â€ș 5.Mai).
Ähnlich wie bei Michail Tal zeichnet sich dieser tragisch endende Österreicher durch ungemeinen Opfermut aus.

zu Robespierre – der Unbestechliche

Spielmann – Hönlinger Wien 1929

Wie zieht Rudolf Spielmann?

Tipp:
Alles beginnt mit einem Opfer
Wie sollte es beim aggressiven Schach Spielmanns auch anders sein?

1.Se7+!, um dem Turm die 5. Reihe freizumachen.
1…Dxe7 – und schon das nĂ€chste Opfer: 2.Dh7+!, das Hönlinger zur Aufgabe veranlasste.
Was wĂ€re gewesen, wenn…?
2…Kxh7 3.Th5+ (der Bauer g6 ist gefesselt)
3…Kg8 4.Th8#. Der bedrohte LĂ€ufer auf b2 gibt seinem Offizier RĂŒckendeckung!

Opfern Ă  la Spielmann!



Petrosjan – Simagin
Moskau 1956

Wie zieht Tigran Petrosjan?

Tipp:
Achtung, dass kein ewiges Schach möglich wird.

1.Da8+ Kg7
2.Lxe5+!! Dxe5
3.Dh8+! Kxh8 4.Sxf7+, gefolgt von 5.Sxe5.

Plötzlich hat Petrosjan eine MehrïŹgur.

Opfern Ă  Ia Petrosjan!




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Schachkalender – 06.05.

06. Mai UMS NACKTE LEBEN

KALENDER: Jens-Uwe Maiwald *1974, dt. GM Robespierre (6. Mai 1758 – 28. JuIi 1794

Robespierre (6. Mai 1758 – 28. JuIi 1794)

Eine Geschichte von Jewgeni Sagorjanski erzĂ€hlt von einer Schachwette ums nackte Leben. Der gewaltige wie auch gewaltbereite Abu-Jafar bot dem berĂŒhmten Leonardo einhundert GoldstĂŒcke, falls er eine Schachpartie auf Leben und Tod gewĂ€nne. lm Falle des Partieverlusts jedoch mĂŒsste Leonardo ĂŒber die frei ĂŒber dem blauen Ozean schwankende Planke ins offene Meer springen.

zu Robespierre – der Unbestechliche
Die folgende Legende hat einen authentischen Hintergrund. Maximilian de Robespierre war wĂ€hrend der Jahre der Französischen Revolution hĂ€uïŹger Gast im CafĂ© de Ia RĂ©gence. Eines Tages wurde er von einem Besucher um eine Partie gebeten. Der Gewinner sollte einen Wunsch frei haben. Robespierre verlor die Partie und wurde zu seinem Erstaunen Zeuge einer ĂŒberraschenden Demaskierung. Sein GegenĂŒber nahm unvermittelt den Hut ab und zeigte ihr wallendes langes Haar. Mit hoher Stimmlage bat das MĂ€dchen den “Unbestechlichen”, ihren Verlobten vor dem Tod durch die Guillotine zu retten. Robespierre blieb seinem Ruf als unbestechlicher Ehrenmann treu und unterzeichnete das Gnadengesuch.

Schach schon bei den Inkas
Atahuallpa, der letzte König der lnkas, rĂ€usperte sich beim fĂ€lschlichen Griff des KapitĂ€ns nach dem LĂ€ufer statt nach dem Turm wĂ€hrend einer Partie zwischen KapitĂ€n de Soto und dem Schatzmeister Pizarros, Riquelme. Bald darauf sollte sich dieser Übergriff rĂ€chen, als nĂ€mlich ĂŒber das Schicksal des lnkakönigs abgestimmt wurde. Es stand 12:11, wobei Riquelmes Stimme noch offen war. Ein Unentschieden hĂ€tte die Entscheidung an den spanischen Hof delegiert. Doch Riquelme hatte die Schachpartie nicht vergessen. Das fatale Ende: Atahuallpa wurde als letzter lnkafĂŒhrer hingerichtet.

Ums nackte Leben gebangt
Professor Konstantinov, ehemaliger lnsasse eines deutschen Konzentrationslagers, berichtete 1970 im russischen Fernsehen ĂŒber eine unglaubliche Partieszene aus dem Jahr 1944. Ein deutscher SS-Offizier, der von Konstantinovs SchachstĂ€rke gehört hatte, betrat die Baracke, setzte sich ans Spielbrett und öffnete seinen PistolengĂŒrtel mit den Worten: â€șâ€șDu hast Weiß.« Um den zwanzigsten Zug herum hatte Konstantinov ein Matt in 3 auf dem Brett. Fahl im Gesicht, flĂŒsterten die Zeugen des Matches ihre Warnungen. Das Leben des Schachmeisters stand auf dem Spiel. Vergeblich. Konstantinovs Stolz siegte ĂŒber seine Angst. Er zog einmal, zweimal.
Plötzlich stand der SS-Scherge auf, murmelte die Worte: â€șâ€șDu hast GlĂŒck, Mensch« und verließ die Baracke.
Alle Beistehenden stĂŒrzten sich in stillem Jubel auf ihren geschockten Helden.


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Schachkalender – 05.05.

05. Mai BIOGRAFIE:  RUDOLF SPIELMANN

KALENDER: Rudolf Spielmann  *1883-1942,  öst. GM · Andor  Lilienthal *1911, ung. GM ‱ Roman Dzindzihasvili *1944, georg. GM ‱
Michail Botwinnik +1995

Der Inbegriff des Anfriffsspielers – Ă€hnlich wie spĂ€ter Tal

Seine Zeitgenossen nannten ihn den »Ehrenritter des Königsgambitordens« und den »letzten Romantiker«, er galt als der Inbegriff des Angriffsspielers und opfer­ freudigen Taktikers . In einem Zeitalter, in dem techni­ sches Können und eröffnungstheoretische Vertiefung der Maßstab aller Dinge war, hing der am 5. 5. 1883 in Wien geborene Rudolf Spielmann dem abenteuerli­ chen Stil des 19. Jahrhunderts an. Obwohl er durch seinen VĂ€ter Moriz Spielmann, einen Zeitungsredak­ teur, schon von frĂŒher Kindheit an mit Schach vertraut war, stand zunĂ€chst sein Ă€lterer Bruder Leopold im Mittelpunkt, der als Wunderkind am Klavier galt. Zum Kaufmann ausgebildet, kehrte Rudolf Spielmann die­ sem fĂŒr ihn unbefriedigenden Beruf frĂŒh den RĂŒcken und wurde Schachprofessional – proSchach oder eben Schachprofi. Trotz extrem schwankender Ergebnisse – er gewann zahlreiche Turniere, landete aber ebenso oft an letzter Stelle – war er bei Organisatoren und beim Puplikum ein gern gesehener Teilnehmer: Stets waren spektakulĂ€re Partien zu erwarten, seltener musste dafĂŒr Preisgeld ausbezahlt werden.

Sein Nimbus war durch eine Reihe glĂ€nzender Opfersiege und -angriffe wohlbegrĂŒndet. Mit dem Ausspruch »Der Angriff ist das Salz des Schachspiels« brachte er sein Credo auf eine Kurzformel, und in seinem Hauptwerk »Richtig opfern!«, untersuchte er erstmals Opferarten primĂ€r nach ihrer Funktion.

Seine MobilitĂ€t, obgleich erzwungen, war  bemerkenswert:  Über  120  Turniere, 50 ZweikĂ€mpfe und mehr als 1800 ernste Partien zĂ€hlt die Statistik. Trotz seines ag­ gressiven Stils am Schachbrett war Spielmann ein gutmĂŒtiger Mensch, der gern im Wiener Dialekt raunzte, ein »dicker Faulpelz, der gutes Essen und gutes Bier jeder Be­ schĂ€ftigung welcher Art immer vorzog«, ein außerordentlich bescheidener und Frauen gegenĂŒber ein verlegener Mann, fatalistisch und aberglĂ€ubisch. Depressive Stimmungen wechselten rasch mit Hochs. Sein Ende war traurig: Als Jude floh er nach der Okkupation Österreichs durch das NS-Regime 1938 zunĂ€chst nach Prag und  entkam 1939 nach der Okkupation der Tschechoslowakei im allerletzte,n Au­ genblick nach Schweden, wĂ€hrend sein Bruder, der in Prag geblieben war, Opfer des Nationalsozialismus wurde. Seine letzten Lebensjahre verbrachte Rudolf Spielmann im schwedischen Exil in bitterer Armut und bei rasch schwindender Gesundheit. Die UmstĂ€nde seines Todes am 20.8.1942 in Stockholm sind bis heute nicht restlos ge­klĂ€rt.

Verfasst von Michael Ehn




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Schachkalender – 04.05.

04. Mai MAD MATE – verrĂŒckte Matts

KALENDER: Jules Arnous de RiviĂšre *1830-1905, frz. Meister – Emanuel Stepanowitsch Schiffers *1850-1904, russ. Meister- Alex Randolph *1922-2004, am.-ital. SpieleerïŹnder u. Autor Fortsetzung vom -â€ș 27. Jan. 5. Feb. 14. Aug. 12. Dez.

Gefangenen-Schach (John Leslie 1998)
Grundidee: Figurenaustausch –
(1) Wer am Zug ist, darf ziehen oder gefangene Figuren austauschen.
(2) Gefangene Figuren werden rechts neben dem Brett abgelegt (im Lager).
(3) Werden Figuren getauscht (gegen mindestens gleichwertige), mĂŒssen diese unmittelbar statt eines Zuges am Brett eingesetzt werden, der Figurenwert entspricht dabei dem im regulĂ€ren Schach (B, S/L, T, D).
(4) Ausgetauschte Figuren vom nicht-ziehenden Spieler werden links des Brettes (in der Reserve) abgesetzt.
(5) EinsÀtze (unmittelbar aus dem Lager oder aus der Reserve) von Bauern auf 1./8. Reihe sind nicht erlaubt.
(6) Umwandlungen von Bauern sind nur möglich, wenn das gegnerische Lager Dame, Turm, LĂ€ufer oder Springer enthĂ€lt; sollte dies nicht der Fall sein, steht der gegnerische König auch nicht (!) im Schach, selbst wenn er vom theoretisch umgewandelten Bauern “bedroht” wird; wĂ€hrend dieser Zeit kann allerdings von der bedrohten Seite keine Figur geschlagen werden, da dadurch sofort ein Schach hervorgerufen wĂŒrde.
Kurzkommentar: Angriffs- und OpferzĂŒge sind an der Tagesordnung.

Mad Mate (Alex Randolph 1972, VorlÀufer seit ca. 1825) 2 Figurensets, 1 Brett,
Grundidee: Einsatz von Figuren –
(1) Jede geschlagene Figur wird in die eigene Farbe des Spielers am Zug umgewandelt und als Reserve bereitgehalten.
(2) Statt eines regulÀren Zuges darf eine Figur auf ein beliebiges Feld eingesetzt werden; Ausnahme: Bauern nicht auf die 1./8. Reihe.
(3) Eine umgewandelte und danach geschlagene Figur behÀlt ihren Wert. Kurzkommentar: Die Initiative ist ganz entscheidend.

Marseillaise (Ursprung unsicher, Frankreich ca.1922)
Grundidee: DoppelzĂŒge –
(1) Jeder Spieler macht zwei ZĂŒge, mit einer oder zwei Figuren.
(2) Ein Schach beendet den Zug unmittelbar.
(3) Der Gegner muss im ersten Zugteil aus dem Schach herausgehen.
(4) Der König darf nicht in ein Schach hineinziehen.
(5) En passant zu schlagen ist nur im ersten Zugteil erlaubt,
wenn der Gegner in seinem letzten Zug einen Doppelschritt gemacht hat (auch Doppel-En-passant ist denkbar).
(6) Ist nur ein Zugteil möglich, endet die Partie remis. Kurzkommentar: Die Partien haben große Dynamik.




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Schachkalender – 03.05.

03. Mai LADY-CHESS

KALENDER: Nona Gaprindaschwili *1941, georg.-sowjet. FWM 1962-1978

Vera Menchik – Menchik-Club

Vera Menchik-Stephenson (so ihr spĂ€terer Name) wurde zwar in Moskau geboren, war jedoch tschechisch-britische Schachspielerin. Die erstmals 1927 ausgetragene Frauenweltmeisterschaft gewann sie mit 10,5 aus 11 Punkten . Danach war sie bis zu ihrem Tod im Damenschach praktisch unschlagbar. 1929 debĂŒtierte Menchik in Karlsbad und wurde prompt von den MĂ€nnern belĂ€chelt. Albert Becker schlug spöt­tisch vor, dass jeder Spieler nach einer Niederlage gegen die Weltmeisterin dem Menchik-Club beitreten mĂŒsse.
Nun, Becker wurde das erste Mitglied. GrĂ¶ĂŸen des Schachs wie Euwe, Sultan Khan oder Mieses folgten. Von Geza Maroczy unterstĂŒtzt, erreichte Menchik in Ramsgate 1929 ihr bestes internationales Resultat. Sie wurde Zweite, nur einen halben Punkt hinter dem Sieger Capablanca. Vera Menchik kam 1944 bei einem Bombenangriff in London ums Leben.

Nona Gaprindaschwili – 1. GM bei den MĂ€nnern

Diese am 3.Mai 1941 geborene Georgierin errang als erste Frau der Schachgeschich­ te den Großmeistertitel bei den MĂ€nnern. Sechzehn Jahre lang, von 1962 bis 1978, hielt sie den Weltmeistertitel bei den Frauen, bis zum Auftauchen ihrer Landsfrau Tschiburdanidse. Nach einem Englisch-Studium an der UniversitĂ€t Tiflis wurde Ga­prindaschwili Abgeordnete im Obersten Sowjet der Georgischen SSR. Nona war in Georgien so beliebt, dass sogar ein Parfum ihren Namen trug. Bis heute ist Gaprinda­ schwili eine ĂŒberaus aktive Schachspielerin.

Maja Tschiburdanidse – JĂŒngste Schachweltmeisterin

Schon mit 17 Jahren konnte die am 17.Januar 1961 in Kutaissi geborene Maja Tschi­burdanidse den Weltmeisterthron bei den Frauen besteigen. Viermal verteidigte sie ihren Titel gegen Nona Alexandria, lrina Lewitina, Jelena Achmilowskaja und Nana Joseliani.
Erst 1991 musste sich Tschiburdanidse ĂŒberraschend der jungen Chinesin Xie Jun geschlagen geben. Ein weiterer ihrer zahlreichen Rekorde: Tschiburdanidse war die erste Frau, die ein Turnier der Kategorie IX ungeschlagen ĂŒberstand –
vor dreizehn MĂ€nnern, acht davon Großmeister.

Xie Yun – Chinas erste Botschafterin

Völlig ĂŒberraschend eroberte 1991 in Manila die bis dahin unbekannte Xie Yun ge­gen die hochfavorisierte Maja Tschiburdanidse den Weltmeistertitelbei den Frauen. Damit war China mit einem Paukenschlag auf die WeltbĂŒhne des königlichen Spiels getreten.
Zwei Jahre spĂ€ter verteidigte die Chinesin den Titel gegen Nana Joseliani, um dann 1997 fĂŒr eine kurze Periode von Zsuzsa Polgar von der Spitze verdrĂ€ngt zu werden. Zwischen 1999 und 2001 machte Xie nochmals ihrem Land Ehre.
Seither folgte eine rasante Lawine neuer chinesischer Wunderspielerinnen.
Allein 4 Chinesinnen sind 5/2022 in der Top10 zu finden. Tan, Zhongyi – Lei, Tingjie – Ju, Wenjun und an der Weltspitze: Hou, Yifan,
mancher ist vielleicht ein Yi-fan-Fan.


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Schachtageskalender 03.05.
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Schachkalender – 02.05.

02. Mai LEGENDEN UND ANEKDOTEN

KALENDER: lsidor Arthur Gunsberg †1930 – Jaime Sunye Neto *1957, bras. GM

Auch Frauen haben wichtige RatschlĂ€ge fĂŒr herrlich verrĂŒckte Schachspieler.

QUIZ: â€șâ€ș… opfere nicht mich, nimm die TĂŒrme.«

1. Wie viele Kömer muss der König in der Weizenkornlegende bezahlen?
A) 18,5 Trillionen B) 16,5 Milliarden C) 5,5 Billionen D) nicht berechenbar
2. Welcher berĂŒhmte Herrscher starb wĂ€hrend einer Schachpartie?
A) Ludwig XIV. B) Franz Joseph C) Iwan der Schreckliche . D) Katharina die Große
3. Welcher RevolutionÀr schenkte nach verlorener Partie einem Gefangenen das Leben?
A) Fidel Castro B) Maximilien de Robespierre C) Lenin D) Che Guevara
4. Wie lernte Capablanca als VierjÀhriger Schachspielen?
A) Vom Vater B) Von der Mutter C) Durch Zusehen D) Mit dem Schachbuch
5. Wer sagte nach seiner Scheidung: â€șâ€șWir waren wie LĂ€ufer von gegensĂ€tzlicher Farbe«?
A) Joseph Blackburne B) Max Euwe C) Boris Spasski D) Frank Marshall
6. Welcher schachbesessene Herrscher nannte angeblich einen seiner Söhne Shah-rukh (König-Turm)?
A) Attila B) Tamerlan C) Dschingis Khan D) Kublai Khan
7. Zu welchem 60-jĂ€hrigen Gegner sagte der 72-jĂ€hrige Blackburne â€șâ€șSie sind zu jung, um gegen mich Schach zu spie|en«?
A) lsidor Gunsberg B) Johannes Zukertort C) James Mason D) Carl JĂ€nisch
8.
Wie hieß die arabische Prinzessin, die ihren leicht spielsĂŒchtigen Gatten in großer Verzweiflung mit den Worten â€șâ€ș0pfere nicht mich, nimm die TĂŒrme« zum Sieg verhalf?
A) Dinem B) Merve C) Dilaram D) Soraya
9. Wer war imstande, die Schachregeln nur mit Hilfe des Brettes und der Figuren herauszuïŹnden und dadurch vom indischen Herrscher Tribut zu fordern?
A) Araber B) Russen C) Chinesen D) Perser
10. Welche Weltmeistergattin ohrfeigte den Sekundanten ihres Mannes nach einer verlorenen Partie?
A) Frau Aljechin B) Frau Spasski C) Frau Euwe D) Frau Petrosjan

Lösung: 1A->2.Jan./2C-â€ș 18. MĂ€rz/3B -â€ș 6. Mai /4C-â€ș 19. Nov./5C-â€ș 8. Dez./
6B-â€ș18.MĂ€rz/7A-â€ș8.Dez./8C-â€ș5.Jan./9D-> 2.Jan./10D-â€ș3.Juni



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Schachkalender 02.05. proSchach.de
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Schachkalender – Mai

“Intelligente Fehler zu machen ist eine große Kunst.”

Federico Fellini

  1. UnvergĂ€ngliche Schönheit – Studie (Korolkow)
  2. Legenden und Anekdoten – Quiz
  3. Lady-Chess – PortrĂ€ts (Menchik, Gaprindaschwili,Tschiburdanidse, Xie Yun)
  4. Mad Mate – Varianten
  5. Rudolf Spielmann – Biografie
  6. Ums nackte Leben – Anekdoten
  7. Magische ZĂŒge: Spielmann/Petrosjan – Kombinationen
  8. Alan Turing – Computer 1
  9. Man vs. Maschine – Computer 2
  10. VerrĂŒckt? – Studien (B.Horwitz/W.Horwitz)
  11. Maschinenzeitalter – Computer 3
  12. Rekorde 1- Quiz
  13. Wilhelm Steinitz – PortrĂ€t
  14. Wilhelm Steinitz – Biografie
  15. Klassische Schach-Weltmeister – Ehrentafel
  16. Auf der Zunge zergehen lassen … – KuriositĂ€tenkabinet
  17. Klassische WM-Matches ab 1948 – Ehrentafel
  18. AußergewöhnlicheSchicksale – PortrĂ€ts (Sosonko, Mecking, O’Kelly deGalway)
  19. Max Euwe – PortrĂ€t
  20. Max Euwe – Biografie
  21. Endspieldatenbanken – Thema
  22. Anatoli Karpow – PortrĂ€t
  23. Anatoli Karpow – Biografie
  24. Kuwaits Antwort – Probleme (Shinkman}
  25. Ordenspriester –  Problem (Saavedra)
  26. WM-Rekorde – Rekorde
  27. Glanzvolle Studien – Studien (Reti/W. u.M.Platow)
  28. Hypermoderne Schule – Port rĂ€ts (Nimzowitsch, Reti
  29. En passant – Insider-Wissen II
  30. Das diagonale Wunder – Studie (Reti)
  31. Becketts Surrealismus – Problem (unbekannt)

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Schachmonatskalender Mai
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Schachkalender – 01.05.

01. Mai UNVERGÄNGLICHE  SCHÖNHEIT -> Tag der Arbeit oder doch lieber Tag des Schachgenusses?

KALENDER: Wladimir  Alexandrowitsch  Korolkow+1987  â€ą  Alexander  Kasimirowitsch  Tolusch *1910-1969, russ. GM ‱
Josif Dawidowitsch Dorfman *1952, ukr.-frz. GM u. Auto

Wladimir Alexandrowitsch Korolkow brachte es 1976 zum Großmeister der Schachkompositi­ on. Ungemein tiefgrĂŒndig, ĂŒberraschend und Ă€sthetisch, wirken viele seiner mehr als 400 Stu­dien (teilweise mit Leopold Mitrofanow erstellt) wie zeitlose Wunder des Geistes.

Wladimir A. Korolkow
1951

Nehmen Sie sich ein Brett zur Hand und ma­ chen Sie sich auf eine Abfolge von MeisterzĂŒÂ­ gen gefasst.
1.f7 Ta6+!  1.. .Tf6  2.Lb2 mit weißem Vorteil.
2.La3!. Nicht jedoch 2.Kb2?, da nun 2… Tf6 möglich wĂŒrde.
2… Txa3+ 3.Kb2 Ta2+ 3… Tb3+?. Der König schlĂ€gt wegen des drohenden LĂ€uferschachs auf e6 nicht, son­dern geht einfach nach 4.Ka2, und schon kann der Bauer nicht mehr gestoppt werden.
4.Kc1!! Großartig, wie Sie gleich sehen wer­ den; auf 4.Kc3? folgt 4… Tc2+ 5.Kb4 Tb2+ 6.Kc5 Tc2+ 7.Kb6 Tb2+ 8.Kc7 Tb7+, und durch 9…Txf7 fĂ€llt der Bauer.
4… Ta1+ 5.Kd2!.
Der König sucht sich einen Unterschlupf. 5…Ta2+

6.Ke3 Ta3+ 7.Kf4 Ta4+ 8.KgS Tg4+! 9.Kh6!
9.Kf6  Tg8!  oder  9.Kxg4  Lxf5+  mit   Remis.

9 … Tg8. Auch 9… Tg6+ 10.Kxg6 Lxf5+ 11.Kf6!

wĂŒrde gewinnen.

Was jetzt kommt, bleibt selbst dem Schachex­ perten unvergesslich. (Diagramm 2) 10.Se7! Le6!. Doch remis? 11.Sg6+ Txg6+ 12.Kxg6 Lxf7+. Nein, denn es folgt ein Paukenschlag! 11.fxg8D+! Lxg812.Sg6#.

Was fĂŒr ein Mattbild! Diese Studie lĂ€dt einfach zum Genießen ein.

Blitzschlag!

Genusspartie!



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Schachkalender 01.05. proSchach.de
Schachkalender, Zitate, Schachanekdoten und Schachgeschichte, Schachtageskalender 01.05.

Schachkalender – 30.04.

30. April MAGISCHE ZÜGE: STANEC/TAL

KALENDER: lgnatz von Kolisch †1889 ‱ Gyula Breyer 1893-1921, ung. Meister‱ Spartak Wysotschin *1975, ukr. GM

Im ersten Diagramm schlĂ€gt bei einer schönen Kombination von Niki Stanec (siehe –> 29. Apr.) gleichsam der Blitz ein. Darunter ein weiteres Beispiel des unvergessenen Michail Tal, des Zauberers aus Riga. Seine Partien sind ein wahrer Hochgenuss, sein Opfermut schon legendĂ€r.

Stanec – King
Wien 1992

Wie zieht Niki Stanec

Tipp: Nur der durchstĂŒrmende Bauer kann die Partie entscheiden. 1.Txb3! und der weiße Bauer wird zum Riesen.
Nichts kann ihn mehr stoppen. Schwarz gab daher sofort auf. Kraftvoll richtig, denn zögerlich wie
auf 1.Tc1 kann Schwarz mit 1… Txe42.c7 Le2+ 3.Ke1 La6 noch Widerstand leisten.

Blitzschlag!

Tal – Gaprindaschwili
Georgien 1970

Wie zieht Michail Tal?

Tipp: Opfermut wird verlangt.
1.Sf6+! gxf6
2.Lxh7+ Kh8. 2… Kxh7 3.Dh5+ Kg8 4.Tg1 mit unwiderstehlichem Angriff. 3.Th4 Kg7 4.Dc1! Sg8 5.Lxg8 und Schwarz gab auf.
Um Matt zu vermeiden, muss auch noch die Dame verschenkt werden – welcher Gentlemen macht denn soetwas?

Wunderbar gespielt!



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Schachkalender 30.04. proSchach.de
Schachkalender, Zitate, Schachanekdoten und Schachgeschichte, Schachtageskalender 30.04.