2. Januar ARABISCHE und PERSISCHE LEGENDEN
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Arnold Sheldon Denker †2005 Weizenkornlegende – Schachlegende
Diese Legende stammt aus dem Buch „Die goldenen Wiesen und Edelsteingruben“ des in Bagdad geborenen Historikers, Philosophen und Geografen Abu al-Hasan Ali ibn al-Husayn al- Mas’üdi (†956 Fustat, Ägypten).

Ein indischer König brachte durch Hochmut und Tyrannei das Volk gegen sich auf. Da erschien der Brahmane Sissa, der das Schachspiel erfand, um dem König vor Augen zuführen, dass nur das Gemeinsame dem Wohl des Landes dient und der Herrscher ohne den Beistand der Untertanen schutzlos dem Feind ausgeliefert ist.
Der König stellte dem Brahmanen einen Wunsch frei und war fast erzürnt, als sich der heilige Mann ein Weizenkorn auf dem ersten Feld des Brettes, zwei auf dem zweiten, vier auf dem dritten und so fort wünschte. Er wollte nur die Gesamtzahl der Körner als Lohn bekommen. Nun, der König durfte den Wunsch nicht abschlagen und wies seinen Verwalter an, sofort den nötigen Weizen aus der Kornkammer holen zu lassen. Seine Erzürnung über die große Bescheidenheit des Brahmanen wich Erstaunen und dann Entsetzen, da der König bald einsah, dass alles Korn aller Ernten seines Lebens nicht ausreichen würde, um den Wunsch des weisen Mannes zu erfüllen. Verlangt war die astronomische Zahl von mathematisch 2 hoch 64 – 1 = 18.446.744.073.709 551.615 Körnern Weizen,
das sind 18,5 Trillionen, eine Zahl, die unserer Vorstellungskraft sprengt.

Die Weisheit des Perserkönigs Abü I-Qâsem-e Ferdousí (* 940 oder 941 in Bäz, (heute Maschhad); †1020 in Tüs) war der Hauptautor des monumentalen iranischen Nationalepos Schahnâme, das in mehr als 50.000 Versen den Glanz des Sassanidenreiches schildert. Der Perserkönig Khosrau I. (er regierte 533-579) wird von einer indischen Gesandtschaft
mit einem wunderbaren Schachbrett sowie einem Figurensatz beschenkt,
allerdings mit einer ungewöhnlichen Aufforderung: Gelinge es innerhalb acht Tagen, die Regeln dieses Kriegsspiels zu ergründen, sei die vollkommene Weisheit des per- sischen Hofs bewiesen. Der indische König sei in diesem Fall bereit, jeden Tribut zu zahlen. lm umgekehrten Fall müsse sich Persien dem indischen Herrscher unterwerfen. In der Tat gelingt es dem Wesir, zunächst die Figurenaufstellung zu finden, dann auch die Gangart der Truppen und zuletzt das exakte Abbild des Schlachtfeldes. Der Shah (König) steht im Zentrum, der Ratgeber daneben, dann folgen die Elefanten, die Reiter und schließlich ganz außen die Kampfwagen. Geschützt werden diese hohen Truppen durch eine Phalanx von Fußsoldaten. Entsetzt müssen die indischen Gesandten die unendliche Weisheit der persischen Magier anerkennen und sich König Khosrau unterwerfen.
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