Schachkalender – 17.04.

17. April MAGISCHE ZÜGE: JONG/LAUTIER

KALENDER:  Vladas Mikenas *1910-1992, estn.-sowj. GM – Klaus Junge †1945 – Peter Wells *1965, engl. – Joël Lautier *1973, frz. GM

Rettende Magie – Bild vor Augen wie im Damengambit

In beiden Beispielen kann es der Meister auf elegante Art schaffen, nicht nur den Kopfaus der Schlinge zu ziehen, sondern die Partie sogar noch umzudrehen. Er muss jedoch die zwingenden Zugfolgen erst einmal vor seinem geistigen Auge entstehen lassen!
Jong ist dies gelungen,
Lautier dagegen scheitert an diesem Vorhaben.

Jong – Szabados 1952
Wie zieht Weiß?
Tipp: Geben Sie sich nicht mit einem Läuferschach auf f6 und nachfolgendem Nehmen des schwarzen Turms zufrieden.
Weiß kann gewinnen.
Zunächst ist ein Damenopfer angesagt:
1.Dxh4+ Kxh4 2.Lf6+! g5 (erzwungen) 3.Lc3!! und Schwarz ist im Zugzwang.
3…g4 wird mit Lf6# beantwortet, die Dame muss auf der zweiten Reihe ausharren, um das Bauernmatt g3 zu verhindern,
und gleichzeitig das Feld e1 kontrollieren: also
3…Df2. Doch nun 4.Le5! mit doppelter Mattdrohung 5.g3# und 5.Lg3#.
Finis!

Gelfand – Lautier
Belgrad 1997


Wie zieht Schwarz?
Tipp: Nach 1…Lc4 und 2.Kd2 gab Lautier entnervt auf.
Doch er hätte in der Diagrammstellung durch einen genialen Opferzug gewinnen können. …b4!!.
Egal, was Weiß tut, der b-

Bauer wird zur Dame erhoben, oder der Turm muss sich opfern.
2.Txd5 b2 3.Td1 bxa3 oder
2.Kd2 bxa3 3.Kc3 b2 4.Tb5 Le4 oder
2.axb4 b2.

Mächtig gut gemanaged – MachtvolI!

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Schachkalender 17.04. proSchach.de
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Schachkalender – 16.04.

16. April MANAGEMENT UND SCHACH

KALENDER:  Jörg Hickl *1965, dt. GM

Siegerstrategien

Zusammenhänge zwischen Management und Schach wurden erst in den letzten paar Jahren durch entsprechende Literatur untersucht. (A) Alexander Goetz: Schach! Dem Manager. Springer Verlag, Wien 2003. Hier werden deutlich Parallelen zwischen Schach und heutiger Unternehmensführung aufgezeigt, garniert mit praktikablen Tipps für das tägliche Business­ Life.
(B) Garri Kasparow: Strategie und die Kunst zu leben. Piper Verlag, München-Zürich 2007 13. Apr.). Der geniale Ex-Weltmeister ist überzeugt, dass Schach neben Logik, Kon­ zentration und Entscheidungsfähigkeit auch Phantasie und Kreativität lehrt. Kasparow gibt durch Analyse seiner Lehren aus dem Schachspiel viele Ratschläge für einen Erfolgsweg im Berufs- und Alltagsleben.
(C) Jorge Vasconcellos: Strategy Moves. Pearson, London 2007. Das Credo dieses Autors lautet: Wer als Unternehmer erfolgreich sein möchte, muss Strategien zum idealen Zeitpunkt für Investitionen kennen. Die Kunst zwischen Angriff und Verteidigung ist das zentrale Thema dieses Buches. Bekannt dürfte auch der Managementspruch sein – „Structure follows stategy.“ – und genau darum geht es auch beim Schach. (Brückenbau zur Damenumwandlung; Stützpunktbau für die Springer-Attacke u.v.a.m)

Allgemeine Grundsätze des Managens (wie etwa in Fredmund Maliks ausgezeichne­ tem Buch Führen- Leisten Leben beschrieben) stellen das Fundament der Professionalität dar. Je höher der Grad an Komplexität einer Aufgabe, desto wichtiger die Anwendung dieser Grundsätze. Allerdings wirken sie nur im Paket und dürfen daher nie als Einzelelemente verstanden werden. Voraussetzung für den Erfolg ist das Erkennen dieser Grundsätze wie auch deren langjährige Anwendung, also kurz: die Erfahrung. Alle diese Parameter gelten auch uneingeschränkt für jeden Schachspieler.
Mehr lernt man in Management-Akademie – “https://www.malik-management.com (MZSG)”

Ergebnisse anstreben: Letztlich wird jeder Manager/Schachspieler an seinen Resultaten gemessen. Diese mit Effektivität anzustreben muss das große Ziel sein.
Vom Ziel aus Denken, welchen Weg muss mein Springer gehen, um der Dame oder dem König keine Fluchtfelder zu gestatten. => Sieg

Blick aufs Ganze bewahren: Wer als Manager/Schachspieler nur »eine Ecke des Brettes« sieht und den Gesamtzusammenhang nicht versteht, kann auf Dauer keinen Erfolg haben. Alle Facetten des »Spiels« sind wichtig.

Stärken fördern: Nicht die Frage »Was tust du gern?« sondern die Frage »Was fällt dir leicht?« muss im Mittelpunkt stehen.
Die eigenen Stärken zu fördern und ·nicht nur die Schwächen auszubügeln ermöglicht den Weg zum guten Mana­ ger/Schachspieler.

Vertrauen geben/haben: Vertrauen in die eigene Fähigkeit und in die Führungs­stärke des Trainers sowie des Beraterteams sind im Management/Schachsport entscheidend. Vertrauen darf jedoch niemals enttäuscht werden!

  • Kunst des Wenigen sehen: Weder der Manager noch der Schachspieler darf zu viele Dinge gleichzeitig tun.
    Wer sich verzettelt, hat zwar das Gefühl, gearbeitet zu haben, ohne allerdings Resultate zu erbringen.
  • Positiv denken: Wer positiv denkt, egal ob Manager oder Schachspieler, wird seine Einstellung zu »Bergen« verändern.
    Statt einer Hürde sieht er darin eine Chance. Es kommt nur darauf an, im Jetzt zu wirken, mit all den Fähigkeiten, die man hat.

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Schachkalender 16.04. proSchach.de
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Schachkalender – 15.04.

15. April GRANDIOSES GEMÄLDE

KALENDER:  Efim Bogoljubow *1889-1952, ukr.-dt. Meister • George Henry Mackenzie +1891 • Ivan Nemet *1943-2007, ung. GM

Bogoljubow – Aljechin Hastings 1922

20 Züge hat Weiß für seinen ersten Zug zur Verfügung. Danach verästelt sich die Variantenzahl ins Unermessliche (1014 für die ersten fünf Doppelzüge!). Datenbanken mit mehr als 3 Millio- nen Partien, die praktisch die gesamte Schachgeschichte seit Lucena abdecken, zeigen folgende Zugverteilung – analog zu “Weiß beginnt – schwarz gewinnt” – statistisch unterstützt.
(Zug: Häufigkeit in % – Punkte in % – Elo-Performance -Remisquote in %):
e4: 50,3 – 53,7 – 2340 – 27
d4: 31,8 – 55,1- 2370 – 31
Sf3:   7,5 – 55,2 – 2381 – 34
c4:    7,1 – 54,7 – 2369 – 32
f4:     0,7 – 48,3 – 2211 – 24
g3:    0,7 – 54,5 – 2376 – 33
b4:    0,5 – 50,8 – 2195 – 21
b3:    0,4 – 50,5 – 2302 – 27
Sc3:   0,3 – 53,2 – 2269 – 26
g4:   0,01 – 50,4 – 2197 – 15

Weiß erreicht insgesamt 54,3% der Punkte (bei Großmeistern über Elo 2500 sogar 55,7%). Wegen der Sizilianischen Verteidigung ist die Punkteausbeute von 1.e4 schwächer
als diejenige von 1.d4.

Auffällig ist die Statistik bei der Benkö-Eröffnung (g3): deutlich über 50%.

Eröffnungen: Häufigkeitsverteilung in % (seit dem Jahr 2000)
2,85% – Sizilianisch, Najdorf: 1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 a6 – Fischer und Kasparow waren absolute Kenner dieses Aufbaus.
0,95% – Sizilianisch, Drachen: 1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.d4 cxd4 4. Sxd4 Sf6 5.Sc3 g6
0,93% – Sizilianisch, Klassisch: 1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.d4 cxd4 4. Sxd4 Sf6 5.Sc3 Sc6
0,93% – Sizilianisch, Sweschnikow: 1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.d4 cxd4 4. Sxd4 Sf6 5.Sc3 e5
0,87% – Spanisch, geschlossen: 1.e4 e5 2. Sf3 Sc6 3.Lb5 a6 4.La4 Sf6 5.0-O Le7
0,76% – Königsindisch: 1.d4 Sf6 2.c4 g6 3.Sc3 Lg7 4.e4 d6 5.Sf3 0-0

Die erfolgreichsten Eröffnungen sind entsprechend den Datenbanken:
für Weiß
Damengambit:
1.d4 d5 2.c4 (+41 = 34 -25)
Englisch: 1.c4 c5 (+37 = 40 -23)

für Schwarz
Nimzoindisch: 1.d4 e6 2.c4 Sf6 3.Sc3 Lb4 (+31 = 35 -34)
Pirc: 1.e4 d6 (+34 = 29 -37)

Vermeiden sollte Weiß dagegen 1.f4 d5 S.Sf3, da nur knapp 48% winken.

Schwarz erreicht mit 1.c4 Sf6 2.Sf3 e6 3.e4 gar nur bescheidene 39% der Punkte.
Bogoljubow-Indisch (1 .d4 Sf6 2.c4 e6 3.Sf3 Lb4+),
Grünfeld-Indisch (1 .d4 Sf6 2.c4 g6 3.Sc3 d5) und
Englisch (1 .c4 c5) haben eine Remisquote von 40%.
Letzte Bemerkung: Vorlieben für diese oder jene Eröffnung haben im Laufe derZeit ähnliche Wandlungen erfahren wie die Mode.
Also Trends sollte man selbst verfolgen und die entsprechenden Fallen vorher studieren.
Eine der Quellen für aktuelle und spannende Eröffnungen ist wie immer: “https://theweekinchess.com“.

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Schachkalender, Zitate, Schachanekdoten und Schachgeschichte, Schachtageskalender 15.04.
Schachkalender, Zitate, Schachanekdoten und Schachgeschichte, Schachtageskalender 15.04.

Schachkalender – 14.04.

14. April GRANDIOSES GEMÄLDE

KALENDER:  Efim Bogoljubow *1889-1952, ukr.-dt. Meister • George Henry Mackenzie +1891 • IvanNemet *1943-2007, ung. GM

Bogoljubow – Aljechin Hastings 1922

Was für die einen die “Immergrüne-Partie” ist, das für andere Schachenthusiasten diese Partie von vor 100 Jahren.

Eine Partie, die unter Kommentatoren seit jeher Verzücken verursachte. Hier einige Stimmen: Tartakower (»schönste Partie der neuesten Zeit«), Chernev (»… das größte Meisterstück, das je auf dem Schachbrett geschaffen wurde«),
Kasparov (»grandioses Gemälde« – Meine großen Vorkämpfer ). Großartige Op­fer, weiträumige Strategie – alles was denkbar ist,
wurde von Aljechin und Bogoljubow auf das Schachbrett gezaubert. Aljechin gewann letztlich auch das Turnier.

1.d4 fS 2.c4 Sf6 3.g3 e6 4.Lg2 Lb4+ S.Ld2 Lxd2+ 6.Sxd2 Sc6 7.Sgf3 0-0 8.0-0 d6 9.Db3 Kh8
10.Dc3 e5 11.e3 a5! 12.b3 De8 13.a3 Dh5 14.h4 Sg4 1S.Sg5 Ld7 16.f3 Sf6 17.f4 e4

18.Tfd1 h6 19.Sh3 d5 20.Sf1 Se7 21.a4 Sc6 22.Td2 Sb4 23.Lh1 (sieht unnatürlich aus) De8
24.Tg2 dxc4 25.bxc4 Lxa4 26.Sf2 Ld7 27.Sd2 b5 28.Sd1 Sd3 29.Txa5. Weiß gewinnt in schwieriger Stellung seinen Bauern zurück. 29… b4 30.Txa8 bxc3. Auch 30…Dxa8 31.Db3 Da1 32.Db1 Dxb1 33.Sxb1 Ta8 wäre bereits für den Sieg gut.
31.Txe8
(Diagramm siehe unten)

31…c2!! (meisterhaft – mit doppeltem Turm­opfer!).
32.Txf8+ Kh7 33.Sf2 c1D+ 34.Sf1 Se1. Droht 35.Sf3#.
35.Th2 Dxc4. Idee: Ld7-b5 und Mattdrohung auf f1. Weiß muss daher die Qualität geben.
36.Tb8 Lb5 37.Txb5 Dxb5 38.g4 Sf3+ 39.Lxf3 exf3 40.gxf5 (Diagramm 2-weiter unten)
40…De2. Weiß ist in Zugzwang, etwa’ 41.Sh3 Sg4 42.Txe2 fxe2, und schon wieder entsteht eine Dame auf dem Brett.
41.d5 Kg8 42.h5 Kh7 43.e4 Sxe4 44.Sxe4 Dxe4 4S.d6 cxd6
46.f6 gxf6 47.Td2 De2 48.Txe2 fxe2 49.Kf2 exf1D+
50.Kxf1 Kg7 51.Kf2 Kf7 S2.Ke3 Ke6 53.Ke4 d5+ und gleichzeitig Aufgabe.

Ende des grausam schönen Spiels!

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Schachkalender 14.04. proSchach.de
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Schachkalender – 22.04.

22. April PARTIE-REKORDE

KALENDER: Alexander Dimitrijewitsch Petrow +1867

 

Rekordpartien – eine bunte Melangechach-Quizz

Details mit Diagrammen und näheren Erläuterungen können auf Tim Krabbes (Hans Maarten Timotheus)
Internetseite (Kurioses) nachgelesen werden.

269 Züge – längste Partie: Nikolic -Arsovic (Belgrad 1989)

193 Züge – längste entschiedene Partie: Stepak-Masbian 1:0 (Israelische Meister­ schaft 1980)

155/150 Züge – aufeinanderfolgende Monsterpartien:Tscheparinow Stefanova und Tscheparinow- Onischuk (Wijk aan Zee 2005)

3 Züge – kürzeste Partie: Djordjevic Kovacevic (Bela Crkva 1984): 1.d4 Sf6 2.LgS c6 3.e3 Da5+ (und damit Verlust des Läufers);
zumindest ist dies die kürzeste belegte Par­tie, die ernsthaft gespielt wurde

72 Züge – spätestes Schlagen: Meijfroidt Lenoir (Veurne 2000), Meijfroidt verlor nach Zeit; Filipowicz Smederevac (Polanica Zdroi
1966) endete nach der 50-Züge-Regel untentschieden

17 Züge – kürzester Zeitpunkt, bis zu dem alle Figuren geschlagen wurden: Rodriguez­ Martin (Oviedo 1999)

31 Züge – längste Siegpartie ohne Schla­ gen: Nuber Keckeisen (Mengen 1994)

27 Züge-frühestesPatt: Sibilio-Mariotti (Ra­venna 1982) / Diagramm 1

73 Züge – Folge von Zügen mit nur einer Fi­gur (hier der Dame): Mackenzie Mason (Lon­don 1882)

17 Halbzüge – längste Schlagfolge: Blodig Wimmer (1988) und Rudd Roberson. (Swansea 2006)

151 Züge- längste Folge ohne Schlagen: Wegner-Johnson (Gausdal 1991)

75 Züge – größte Auswahl an Möglichkei­ ten: Podhorzer Palda (Wien 1933, Weiß nach dem 25. Zug) Diagramm 2

16 Züge – längste symmetrische Partie: Rot­levi Eljaschoff, St. Petersburg 1909

48. Zug – späteste Rochade: 0-0 Neshewat Garrison (Detroit 1994) und 0-0-0 Somogyi- Black (New York 2002)

15 x Schlagen auf d5 – größtes Schwarzes Loch: Ng Erigayama (Manila 1992)

6 Damen – größte Zahl an Umwandlungen: Panchenko Vnukov (Woronesch 1999), Kubi­kova Novy (Polsen 2003)

.


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Schachkalender 22.04. proSchach.de
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Schachkalender – 18.04.

18. April AUGENSCHMAUS

KALENDER:  Rudolf Charousek +1900 • Leonid Kubbel +1942 • William Watson *1962, engl. GM • Jona­than Rowson 1977, schott. GM

Bezaubernd – etwas auch für´s innere Auge

In beiden BeispielenKlein, aber fein – ist diesmal bei Christian Ziegler und Sütterlin die Losung.
Dennoch sind die Lösungen sehr elegant und überraschend.

Christian Ziegler
1966

Matt in 4

Der Schachjournalist Christian Ziegler hat die­ sen Vierzüger angeblich knapp vor einem Wettkampf geträumt.
Jedenfalls ist der Lö­sungsweg traumhaft schön.

1.Lg2 g3 2.f3 g4 3.f4 Kh4 4.Th6#.

Permanenter Zugzwang!

Sütterlin
1895

Matt in 3

Aufbauend auf der Sütterlin-Stellung im kleinen Diagramm (matt in 2), entstand einige Jahrzehnte danach dieser Leckerbissen:

1.Lc6! bxc6 2.Kc8 es 3.Sc7#.

Das Original ist etwas simpler:
1.c6! bxa6

Augenweide!

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Schachkalender 18.04. proSchach.de
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Schachkalender – 13.04.

13. April BIOGRAFIE: GARRI KASPAROW

KALENDER:  Jean Dufresne †1893 – Garri Kimowitsch Kasparow *1963, aserbaid.-russ. WM 1985-1993-(2000) – Konstantin Sakajew *1974, russ. GM – Aivars Gipslis †2000

Garri Kimowitsch Kasparow und Das andere Russland

Für viele Beobachter gilt Garri Kimowitsch Kasparow als der beste Schachspieler aller Zeiten.
Nicht allein wegen der vor Magnus Carlsen mit 2851 Punkten höchsten je erreichten Elozahl, sondern vor allem wegen seiner dynamischen aggressiven Spielweise, die, gepaart mit ei- nem immensen eröffnungstheoretischem Wissen, zwei Jahrzehnte lang sämtliche Gegner in die Schranken wies. Daneben nahm Kasparow den Kampf ››Mensch gegen Maschine« auf, den er letztlich als Punktsieger beendete (1996 gegen Deep Blue 4:2 bei einer Niederlage; 2003 gegen Deep Junior 3:3).

1999 trat Garri Kimowitsch publikumswirksam »Gegen die Welt« an, online über ein lnternetportal.
Jedermann konnte über den nächsten Zug abstimmen. Nach vier Monaten siegte Kasparow im 62. Zug. Seit 2003 gibt er unter dem Titel Meine großen Vorkämpfer eine auf 7 Bände konzipierte Geschichte der Schachweltmeister heraus. Am 10. März 2005 erklärte Kasparow völlig überraschend seinen Rücktritt vom aktiven Schach. Seither führt er als Politiker eine neue Schlacht abseits des Schachbretts.
Er kämpft verbissen für das oppositionelle Bündnis ››Das andere Russland«. Ausgang ungewiss!
(Er hat massiv versucht die Ordnung bis zur Ära-Putin zu verändern und sich auch im Ukraine-Krieg klar positioniert, wobei eine Verschiebung der Nato in Richtung Russlands-Grenzen 1989 ausgeschlossen wurde.)

Garri Kimowitsch Kasparow wurde am 13.April 1963 in Baku als Garik Weinstein geboren. Seine Mutter Klara Kasparjan, eine Musiklehrerin, hatte armenische Wurzeln, sein Vater Kim Weinstein, der früh starb, war ein deutschstämmiger Jude.
Wegen antisemitischer Stimmungen entschied man sich im Alter von zwölf für eine Namensänderung auf Kasparow (die russische Form von Kasparjan). Kasparow lernte Schach früh kennen. ln eigenen Worten: ››lch hatte noch nie Schach gespielt, aber ich sah gespannt zu, wie sie sich abmühten . . . und schließlich resigniert aufgaben. Am nächsten Morgen zeigte ich ihnen den zur lösungsführenden Zug.« Ein erster Einstieg im Palast der Jungpioniere in Baku wurde bald durch die Botwinnik-Schachschule abgelöst.
Mit 17 Jahren war Kasparow Großmeister und wurde im selben Jahr auch Junioren-Weltmeister. Die Straße zum WM-Titel war jedoch dornig. Karpow war vom System erwünscht. Kasparow weigerte sich, seine Schachanalysen zur Verfügung zu stellen, und ließ damit früh einen Keil zwischen sich und der allmächtigen Schachbehörde zu. Dennoch setzte er sich im Kandidatenzyklus für die Weltmeisterschaft durch. Am 10.9.1984 begann das längste Drama der Schachgeschichte, der letztlich unter mysteriösen Umständen beim Stand von 3:5 (aus Sicht Kasparows) abgebrochene Kampf gegen Anatoli Karpow.

Die Wiederholung im Oktober 1985 brachte Kasparow den Titel. Noch dreimal trat er gegen seinen Erzrivalen an. Dann folgte der dra- matische Bruch mit der FIDE, das Schisma durch die Gründung der PCA. inoffizielle Titelkämpfe gegen Short und Anand folgten, im Jahr 2000 der überraschende Verlust der Schachkrone gegen Wladimir Kramnik. Was auch immer bis dahin oder danach geschah, Kasparow dominierte das Spitzenschach von 1983 bis 2000 in nie gekannter Weise, ähnlich wie Magnus Carlsen (Norwegen).
Folgerichtig erschien nur ein Name fett in den Schlagzeilen: Garri Kasparow.

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Schachkalender – 12.04.

12. April PORTRÄT: GARRI KASPAROW

KALENDER:  Joel Lautier *1973,frz. GM• Shakrijar Mamedjarow *1985, aserbaid. GM

Garri Kimowitsch Kasparow

* 13. April 1963 in Baku
Russland/Sowjetunion

13. Schachweltmeister von 1985 bis 2000

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Schachkalender – 11.04.

11. April HINTER KERKERMAUERN

KALENDER:  Carl Friedrich Jänisch *1813-1873, russ. Meister u. Komponist  • Johann Nepomuk Berger *1845-1933, öst. Meister u.
Theoretiker • Henry Bird +1908

Carl Friedrich Jänisch

war einer der großen russischen Altmeister des 19. Jahrhunderts, als Eröffnungstheoretiker, im praktischen Spiel wie auch als Komponist von bisweilen visuell erstaunlichen Problemen.
Jänisch ist finnischer Herkunft und war auch im bürgerlichen Beruf des Werkzeugbaus überaus erfolgreich.
Schließlich brachte er es zum Professor der Mechanik.
Technische Expertise steckt jedenfalls auch in Jänischs Meisterwerken.


Carl Jänisch

Matt in exakt 10

Klar, das Springerschach auf g5 würde alles mit einem Schlag beenden.
Aber Jänisch fordert ein Matt in exakt 10 Zügen.
Also basteln wir mit Verve wie Geduld bis zum finalen Zug im zweiten Diagramm.
1.f3+ gxf3 2.exd3+ cxd3 3.Lf5+ exf5 4.Td4+ cxd4 5.a8L+ Ld5
6.Te6+ dxe6 7.Lxd5+ exd5 8.Sf6+ gxf6 9.De5+ fxe5


10.Sg5# oder auch 10.Sd6#.

Eingekerkert und verloren… – just lost wie es so schön in Neudeutsch heißt.



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Schachkalender – 10.04.

10. April GUSTAVUS SELENUS

KALENDER:  August II. zu Braunschweig und Lüneburg *1579-1666, dt. Autor• Samuel Loyd +  1911 •
Capablanca wird 1921 gegen Lasker Weltmeister

Chronologie 3 von ca. 1500 bis 1700 (4. Apr.+31. Aug.)

um 1500 – Die Göttinger Handschrift (vermutlich eine Abschrift des Lucena-Werks) enthält die älteste vollständige Schachpartie in lateinischer Sprache.

um 1500 – Das Coronini-Manuskriptwird vom Mathematiker Luca Pacioli verfasst.

um 1S00 – Zwei junge Burgherren kämpfen auf dem Platz von Marostica auf Vorschlag des Burgherrn Taddeo Parisio bei einer Schachpartie um die Hand der schönen Leonora. Der Unterlegene bekommt die Schwester Leonoras zur Frau. F 13

1507     –   Ein an de Cessolis angelehntes deutsches Schachbuch, das Schachzabel-Spiel von Jakob Mennel, erscheint in Oppenheim.

1512 – Das in Rom gedruckte Schachbuch des portugiesischen Apothekers Damiano deOdemira erscheint unter dem Titel Questo libto edaimparare giocare ascachi et de le partite. Es ist das erste Lehrbuch mit den neuen Schachregeln.

1515 – Das Schachdorf Ströbeck (seit 1991 offizieller Name) wird urkundlich erwähnt. Der Legende nach bringt 1011 ein adeliger Gefangener den Ströbeckern das Schachspiel bei. FT 26

um 1545 –  Francois Rabelais beschreibt in seinem Romanzyklus Gargantua und Pantagru­el  ein Schachspiel mit lebenden Figuren, ein wahres Gemetzel zwischen einem silbernen und einem goldenen König.

1561     –   Die moderne Schachtheorie wird mit dem in Alcala herausgegebenen berühmten Werk des spanischen Priesters Ruy Lopez de Segura (Titel: Librodela in­ vencion liberal y arte de/ juego des Axedrex) begründet. Die Rochade wird ebenfalls erstmals beschrieben. 5.Sep.                                                            .

um 1575 – Am Hof Philipps II. in Madrid wird das erste Schachturnier der Geschichte gespielt. Mit den siegreichen Meisterspielern Giovanni Leonardo di Bona da Cutri (alias il Puttino, der Kleine) aus Kalabrien und Paolo Boi aus Syrakus beginnt die Hochblüte des italienischen Schachs.

um 1590- Der Schachlehrer Giulio Cesare Polerio begründet mit einem unveröffentlich­ten Manuskript die italienische Schule.

um 1600- Erste professionelle Spieler tauchen auf. Sie leben von Wettpartien sowie dem Verfassen von  Manuskripten für adelige Mäzene.                                                            .

1616 – Unter dem Pseudonym Gustavus Selenus veröffentlicht August II. zu Braun- schweig und Lüneburg beim Leipziger Verleger Henning Groß das erste Schachbuch in deutscher Sprache: Das Schach-oder König-Spiel. 9. Apr.

1619/1621 – Der Kalabrese Gioacchino Greco verfasst sein erstes Schachmanuskript im Auftrag der römisch-katholischen Kirche. Er notiert nicht nur Eröffnungsvarianten, sondern widmet sich der gesamten Partie, die dem Leser auch ästhetischen Genuss bereiten soll. 5. Sep.

1694 – Der Oxford-Professor und Schachhistoriker Thomas Hyde veröffentlicht seine beiden Bände De ludis orientalibus (libri duo), wo er eine bis heute gültige Analyse der Ursprünge des Schachs in Indien und Persien liefert.



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