Brennen für das Spiel

der Könige - die erst durch

Damen und vorgerückte

nicht verrückte Bauern

das Top-Spiel bleibt.

Schachkalender – 29.04.

29. April TURNIERREKORDE

KALENDER: Daniel Harrwitz *1823-1884, dt. Meister – Nikolaus „Niki“ Stanec *1968, öst. GM – Markus Stangl *1969-†2020, dt. GM

1873 Oxford/Cambridge:
Das 1. Match eröffnete eine bis heute anhaltende Tradition.  
1888 London: Steinitz besiegt Anderssen 8:6. Das Bemerkenswerte: Es gab kein einziges Unentschieden!
1889, 25. März bis 18. Mai in New York: Längstes Turnier – 430 Spiele.
Grund: Unentschiedene Partien des zweiten Teils des Doppelrundenturniers mussten wiederholt werden.
Das Playoff zwischen Tschigorin und Weiß um den Turniersieg dauerte ganze 9 Tage.
Tschigorin hatte am Ende 47 Partien gespielt!  
1898 Wien: Das Doppelrundenturnier ging über einen Rekord von 61 Tagen!  
1936 Nottingham: 5 Weltmeister nahmen teil: Euwe (Champion), Lasker, Capablanca, Aljechin (die Vorgänger) und Botwinník (kommender Weltmeister).
1936-1938 Amerika/England: 1.000 Teilnehmer spielten jeder gegen jeden.  
1939/40 Amsterdam: Euwe und Keres spielen in einem Match 12 Siegpartien nacheinander – Rekord für das 20. Jahrhundert.
1946 Wijk aan Zee: Beim Bankett dieses Turniers wurde wegen der Nahrungsknappheit nach dem Zweiten Weltkrieg eine Erbsensuppe serviert. Diese Tradition hat sich bis heute gehalten.  
1953 Zürich: ln 30 Runden wurden innerhalb von 58 Tagen 210 Partien gespielt- ein Rekord für die Nachkriegszeit.  
1968 Los Angeles: Reshevsky remisierte im Play-off gegen Stein und Hort alle acht Partien. Da die Gegnerje einmal gegeneinander gewannen, wird der Stand vom lnterzonenturnier in Sousse gewertet. Und hier lag Reshevsky vorn. Ein Play-off Sieg ohne Gewinnpartie! Einzigartig in der Schachgeschichte.
1984 (1.Dez.)-1991 (April): 7 Jahre dauerte der Fernschach-WM Zyklus der Frauen.
1991 Le Lionnais (Schweiz): 24-Stunden-Blitzturnier mit 100 Partien pro Spieler (d.h. 4 Minuten Pause zwischen den Partien).
Ergebnis: 1. Komljanovió (Jugoslawien) 93 Punkte, 2. Gavrikow (UdSSR) 92 und 3. Kovacevió (Jugoslawien) 90.
1991 Firíuz (Tadschikistan): Zu Ehren von Abu-BakrMuhammad ben Yahya as-Suli wird ein Memorial-Turnier abgehalten –
1045 Jahre nach seinem Tod (im Jahr 946)! lm ersten überlieferten Match der Geschichte besiegte as-Suli im Jahr 905 al-Mawardi.
1995 Groningen: Kürzestes Schweizer-Turnier der Geschichte – nur 3 Runden. Der Grund: In Groningen wurde 1946 das erste Nachkriegsturnier gespielt.
Nun gab es ein Jubiläumsturnier der sieben „Überlebenden“ – das gemeinsame Alter: 547 Jahre! Miguel Najdorf war damals mit 86 Jahren der schachliche Methusalem.
1999 Moskau: 42 Unentschieden bei nur 3 Partieentscheidungen – Beginn des Trends zum Remis!
2001 Linares: Kasparow siegt mit 3 Punkten Vorsprung vor allen (!) anderen fünf Teil- nehmern. Rekord: Kasparow war der einzige Spieler mit einem Plus-Score!  
2004 Moskau: 164 GM zwischen 14 und 79 Jahren spielten im Aeroflot-Turnier.



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Schachkalender – 28.04.

28. April KLASSISCHE WM-MATCHES BIS 1937

KALENDER: Darmen Sadwakasow *1979, kasach. GM – Arthur Dake †2000

Es begann mit Steinitz – Zukertort -› 13. Mai

Vor dem ersten WM-Match 1886 war der Titel ››weltbester Spieler« eine inoffizielle Angelegenheit.
lm 16. Jahrhundert galten der Spanier Ruy López und später die ltaliener Paolo Boi und Leonardo da Cutri,
ab 1620 dann Gioacchino Greco als die Meister ihrer Zeit.

Das 18. Jahrhundert brachte mit Domenico Ponziani, Ercole del Rio und Giambattista Lolli nochmals drei Italiener an die Spitze.

Danach übernahm Frankreich die Vormachtstellung: Kermur Sire de Legal, André-François Danican Philidor, Alexandre Deschapelles und Louis-Charles Mahé de Labourdonnais waren die Protagonisten, Letzterer nach einem Marathonmatch gegen
Alexander McDonnell.

1843 ging dieser inoffizielle WM-Titel nach seinem Sieg gegen Pierre Saint-Amant an Howard Staunton. 1851 im ersten internationalen Turnier der Geschichte trium- phierte Adolf Anderssen aus Breslau. Der nächste glänzende Meister, der für zwei Jahre die Schachwelt verzauberte, war der Amerikaner – Paul Morphy. Zu schnell verschwand er für immer von der Schachbühne. Seit dem Wettkampfsieg von Wilhelm Steinitz gegen Anderssen 1866 wurde der aus Österreich stammende Steinitz als größter Spieler seiner Zeit betrachtet.

Steinitz – Zukertort       121/2:51/2/          11.Januar bis 29. März 1886 New York, St. Louis und New Orleans  
Steinitz – Tschigorin      101/2:61/2           20 Jan. – 24.Feb. 1889 Havanna
Steinitz – Gunsberg      101/2:181/2        9. Dez. 1890 – 22. Jan. 1891 New York, St. Louis und New Orleans
Steinitz – Tschigorin      121/2:101/2         1. Jan. – 28. Feb. 1892 Havanna  
Steinitz – Lasker 7:12                     25. März – 26. Mai 1894 New York, Philadelphia, Montreal
Lasker – Steinitz             121/2:41/2           7. Nov. 1896 – 14. Jan. 1897 Moskau
Lasker – Marshall           111/2:31/2           26. Jan. – 6. Apr. 1907 New York,Philadelphia, Washington,                                                                       Baltimore, Chicago, Memphis
Lasker – Tarrasch            101/2:51/2           17. Aug. – 30. Nov. 1908 Düsseldorf, München
Lasker – Janowski           8:2                       19. Nov. – 9. Dez. 1909 Paris
Lasker – Schlechter        10:10                  7. Jan. – 10. Feb. 1910 Wien, Berlin
Lasker – Capablanca 5:9                   15. März – 28. Apr. 1921 Havanna
Capablanca – Aljechin 151/2:181/2         16. Sep. – 29. Nov. 1927 Buenos Aires
Aljechin – Bogoljubow  151/2:91/2                6. Sep. – 17. Nov. 1929 Niederlande, Deutschland
Aljechin – Bogoljubow  151/2:101/2               1. Apr. – 14.Juni 1934 Deutschland
Aljechin – Euwe              141/2:151/2               3. Okt. – 15. Dez. 1935 Niederlande
Euwe – Aljechin              91/2:151/2           5. Okt. – 7. Dez 1937 Niederlande



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Schachkalender – 27.04.

27. April SOWJETISCHE DOMINANZ

KALENDER: Heikki Westerinen *1944, finn.GM• Gennadi Timoschtschenko *1949, russ. GM
Smys­low besiegt 1957 Botwinnik im WM-Match • Darius Ruzele *1968, lit. GM • Pavel Smirnow *1982,
russ. GM • Alex Randolph +2004

Chronologie 11 von 1950 bis 1970 15. Dez<->18. Dez.

1950-1953 Die 1. Fernschachweltmeisterschaft wird ausgetragen.
1951      Boris Jvkov (Jugoslawien) gewinnt die 1. Jugendweltmeisterschaft.
1951     –  David Bronstein remisiert mit Weltmeister Botwinnik (12:12)—– > 19. Feb.
1952      – Erstmals startet und siegt eine Sowjetmannschaft bei der Schacholympiade.
Ö 1952  – Die Österreichische Schachzeitung kommt auf den Markt.
D 1953  Klaus Darga gewinnt punktgleich mit Oscar Panno die Jugend-WM.
1953     – Der Australier Cecil Purdy wird erster Fernschachweltmeister.
1953      Elisaweta Bykowa (UdSSR) wird Schachweltmeisterin.
D 1954  Wolfgang Unzicker wird Großmeister.
1956      –  Donald Byrne und Fischer spielen die »Partie des Jahrhunderts«— > 17. Okt.
1956     Olga Rubzowa gewinnt den WM-Titel im Frauenschach.
1957      –  Smyslow gewinnt gegen Botwinnik den WM-Titel im Schach—- > 24. März
Ö 1957   – Österreich organisiert den 28. FIDE-Kongress.
D 1957   – Das DDR-Frauenteam erreicht bei der 1. Olympiade die Bronzemedaille.
1958     – Im WM-Retourkampf feiert Botwinnik gegen Smyslow ein Comeback.
1958      – Zum ersten Mal macht ein Computer Schachzüge.
Ö1958   Andreas Dückstein besiegt bei der Schacholympiade Michail Botwinnik.
D1958    – In Leipzig wird der Deutsche Schachverband der DDR gegründet.
1978     – Die Georgierin Maja Tschiburdanidse gewinnt die Schachkrone der Frauen.->3.Mai
D 1959   Wolfgang Uhlmann erringt den Großmeistertitel.
1959      – GM Wjatscheslaw Ragosin wird 2. Fernschachweltmeister.
1960      Michail Tal besiegt Botwinnik und wird 8. Schachweltmeister.-> 9. Nov.
Ö 1960   Karl Robatsch wird Großmeister (bestes Ergebnis an Brett 1 der Olympiade).
1961      – Der angeschlagene Michail Tal verliert die Schachkrone an Botwinnik.
1962      –  Nona Gaprindaschwili wird Weltmeisterin im Frauen-Schach—- > 3. Mai
1962 – Alberic O’Kelly de Galway siegt in der 3. Fernschach-WM für Belgien.
1963      Petrosjan erobert gegen Botwinnik den Weltmeistertitel.-> 17. Juni
D 1963    – Die Damen-Olympiamannschaft der DDR gewinnt die Bronzemedaille.
D 1964    – Deutschland erringt bei der Schacholympiade in Israel die Bronzemedaille.
1965     – Die WM-Kandidaten werden erstmals im Matchsystem ermittelt.
1965      Wladimir Sagorowski holt sich den 4. Fernschachweltmeistertitel.
um 1965 – Die Entwicklung des ECO-Codes (Encyclopedia ofChess Openings) zur Systema­tisierung
von Schacheröffnungen führt zu riesigen Datenbanken.-> Anhang
1966 – In Havanna findet eine Mega-Simultanveranstaltung statt: 360 Meisterspieler
messen sich mit jeweils 18 Gegnern.
1966 – Erstmals erscheint in Belgrad der Schachinformator.
1967 – Der Schach-Oscar wird (inoffiziell) erstmals an Bent Larsen vergeben.
1968 – Viktor Kortschnoi gewinnt das erste Turnier in Wijk aan Zee.-> 16. Jan.
1968 – Hans Berliner (USA) erreicht den 5. WM-Titel im Fernschach
1969 – Boris Spasski wird der 10. Weltmeister der Schachgeschichte.-> 30. Jan.



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Schachkalender – 26.04.

26. April MAGISCHE ZÜGE: HERRMANN/SUSCHKEWIZ

KALENDER: Ariel Sorin *1967, arg. GM

Edelstein der Kombinationen

„Ein Juwel der Kombinationskunst“, das waren die Worte des Weltmeisters Alexander Aljechin
als er in  der Deutschen Schachzeitung auf den Abdruck der Partie Herrmann-Hussong stieß.
F. Herrmann leitet mit einem Standard-Damenopfer eine  Kombination  ein, die Aljechin zu den größten Leistungen der Schachgeschichte zählt. Im zweiten ebenso sehenswerten Beispiel finden Sie eine wunderschöne Kreuzfesselung von Suschkewiz,
die praktisch mit einem einzigen Zug erzwungen wird.

Herrmann – Hussong
Frankfurt am Main, 1930

Wie zieht Herrmann?
Tipp: Nicht das Damenopfer ist gemeint, son­dern die weitere Zugfolge.
23. …Dxh2!! 24.Kxh2 Th6+ 25.Kg3 Se2+ 26.Kg4 Tf4+ 27. Kg5 Th2 (droht 28.h6#)
28.DxfS+ Kxf8 29.Sf3 h6+ 30.Kg6 Kg8.
Es droht 31 … Tf6#, da­ her: 21.Sxh2 TfS!! und alles ist vorbei, denn f4 und g5 können nicht gleichzeitig abgedeckt werden (z.B. 32.exfS Sf4#).
Ein Juwel (Aljechin)

Gendel – Suschkewiz
1956

Wie zieht Suschkewiz?

Tipp: Eine Kreuzfesselung ist in Sicht.
1… Txg3+ 2.Txg3 Tg8! und es gibt kein Entkommen. Weiß streckte verblüfft die Waffen.
Fesselspiele!


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Schachkalender – 25.04.

25. April KOMETEN AM SCHACHHIMMEL o. doch nur Sternschnuppen?

KALENDER: John Nunn *1955, brit. GM Mir Malik Sultan Khan (*1905) †1966, ind.-engl. Meister

 

Klaus Junge – Ein Opfer des Krieges

Vielleicht das größte deutsche Schachgenie seit Lasker – und welch tragisches Schicksal!
Um den Söhnen eine gute Erziehung angedeihen zu lassen, emigrierten die deutschen Eltern aus Chile, wo Junge am 1.Januar 1924 geboren wurde. Und wie Klaus ließen auch seine Brüder ihr Leben im Krieg. Junge starb 17 Tage vor Kriegsende durch eine Granate, im Tornister die Analyse eines interessanten Endspiels. Seine erste Begegnung gegen den großen Aljechin ging durch die Schachgazetten – unerschrocken schlug Junge den Champion, und Aljechin sah in diesem Wunderkind bereits seinen zukünftigen Gegner um den Schachthron.

Mir Malik Sultan Khan – Genie ohne Theorie

lm Jahre 1928 brachte ein britischer Oberst einen indischen Diener mit in die Hei- mat. Der Name des 23-Jährigen war Mir Malik Sultan Khan. Er konnte, so sagen zeit- genössische Quellen, weder lesen noch schreiben, aber er spielte exzellentes Schach, nach den indischen Regeln. Von Eröffnungstheorie hatte Sultan Khan nie etwas gehört. Nach nur einem Jahr gelang es diesem Naturtalent sensationell, die englische Meisterschaft zu gewinnen. 1931 und 1933 wiederholte er dieses Kunststück. Sultan Khan bezwang auch den Exweltmeister Capablanca und Schach- größen wie Rubinstein und Flohr. Ein Schachwunder machte die Runde. Als jedoch besagter Oberst 1 933 wieder nach Indien musste, nahm er, kein Kenner des königlichen Spiels, seinen Diener mit zurück in dessen Heimat. Damit ging der Schachwelt der rätselhafteste Spieler aller Zeiten für immer verloren.

Carlos Torre Repetto – Der Stern von Mexiko

1925 war das Jahr des brillanten Mexikaners Carlos Torre Repetto. Sein Stern sollte allerdings nach nur 136 Tagen für immer verglühen. Torres geistiger Gesundheitszu- stand verbot bereits im Alter von 22 Jahren jegliche übermäßige Anstrengung. Sein erstes Auftauchen in den USA war eine große Überraschung. Immerhin fegte Torre alle amerikanischen Gegner vom Brett. Seine sechs Monate in Europa gaben Hoff- nung auf eine große Zukunft. ln Moskau führte er lange das Feld an, mit einem sensationellen Gewinn gegen Lasker. Der Ex-Weltmeister im Kommentar: ››Torres erste Schritte sind solcher Art, wie sie zukünftige Weltmeister machen.« Doch das Schicksal wollte es anders. Immerhin wurde Torre in Anerkennung früherer Leistungen mit 73 Jahren zum Großmeister ernannt.


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Schachkalender – 24.04.

24. April RINGEN UM FELDER = Feldkontrolle

KALENDER: Elizabeta Polihroniade *1935+2016, rum. WGM

 

Feldkontrolle – aber bitte mit Damen

Ein zäher Kampf um die Schlüsselfelder prägt diese beiden Studien von David Joseph und Alphonse Conrady.
In Ersterer sind die Damen die Hauptakteure, bei Conrady dagegen ringen Läufer und König um die entscheidenden Kontrollfelder.

David Joseph
Hackney Review 1922

Wer gewinnt – weiß oder doch schwarz?
Weiß gewinnt

Der Anfang ist schnell gemacht, doch die Fein­ heit liegt im zweiten Zug.
1.h8D a1D.
Wegen Patt darf nicht einfach abgeholzt werden, es zählt wie so oft das Florett.
2.Dg8!! (von 17 möglichen Zügen der Dame ist das der einzige, der gewinnt; ein Beispiel: 2.Df8 Da3 3.De8?? Dd6+! 4.Dd7 Dxb6+ 5.Ke7 Dc7 mit Gewinn für Schwarz)
2… Da2 3.De8!! Da4 4.DeS+!! Ka8 5.Dh8!! (Rückkehr zum Embryo­nalstadium). Jetzt ist 5… Da1 nicht mehr mög­lich,
da ja durch den Königszug das Patt aufge­ hoben ist. Auch jeder andere Damenzug führt zum Wegzug des weißen Königs
aus der achten Reihe und damit zum Matt.
Aus! Ende! Vorbei!



Alphonse Conrady
2003

Weiß gewinnt

Die lange Diagonale ist der Königsweg zum Er­folg – für beide Seiten.
1.Kc3! Lh2 2.Kd4 Lf4 3.h7 Lc1 4.Kc3! Ld2+ 5.Kc4 und das Ringen hat ein Ende.

Einfach, aber reizvoll!

Treten die beiden rum. Spielerinnen mal in die Fußstapfen von Frau Elizabeta Polihroniade?
Jeweils immerhin WGM Corina-Isabela Peptan und Mihaela Sandu, die allerdings 2015 nach unglaublichen 5 aus 5 zum Anfang der 16. Europameisterschaft 4 Partien am Stück verlor, nachdem der Modus verändert wurde.
Vielleicht sorgen sie als Trainer für neue Talente.


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Schachkalender – 23.04.

23. April LUSHINS VERTEIDIGUNG

KALENDER: Vladimir Nabokov *1899-1977, russ. Schriftsteller u. Schachliebhaber – Alain Campbell White †1951 –
Anthony ››Tony« Miles *1955-2001, engl. GM – Pia Cramling 1963, schwed. GM – Alexandra Konstantinowna Kostenjuk *1984, russ. IM
Lembit Oll *1966-1999, estn. GM

 

2. Liebesbeweis – Poesie + Schachkunst

Vladimir Nabokov versucht in seinem wunderbaren Buch Poems and Problems die Synthese
von Schach und Poesie, mit 53 Gedichten und 18 Eigenkompositionen auf dem Schachbrett.
Zeitlebens ist der Schöpfer von Lolita (1955) von beiden Künsten angetan, die seiner Erfahrung nach
(so in seiner Autobiografie Erinnerung) noch dazu die gleichen Anforderungen an den kreativen Geist stellen.
Dennoch veröffentlicht er später mit Lushins Verteidigung eine ungemein tragische Geschichte um einen besessenen Schachspieler.
(Film: Lushins Verteidigung – 2001 – verfilmt, aber wohl nicht jedermanns Sache, trotz toller Kostüme.)

Wie spielt Schwarz?

Die Entscheidung der Weltmeisterschaft naht. Lushin als Schwarzer zieht
1.Sxf4!
2.exf4?.  2. Sd1 wäre besser gewesen.
Hier wird die Stellung vertagt. lm Roman überschlagen
sich die Ereignisse  Lushin wird entführt, findet einen Gewinnweg, den er notiert,
erleidet einen Nervenzusammenbruch und begeht schließlich in einer kleinen Klinik Selbstmord.
Seine Verlobte findet jedoch die Zugnotiz für die Abbruchstellung
und besiegt den Gegner Turati in Vertretung Lushins.
2…Te3+ 3. Kg4 f5+ 4. Kg5 Kg7! 5. Sd5 Th3!!. es droht 6.h6#
Auch die Alternativen helfen nicht 5…Txe2? 6.Txc5 Txg2+ 7.Kh4 und deutlicher Vorteil für Weiß. 6.gxh3 h6+ 7.Kh4 Lf2#.
Später Glanz!

Vladimir Nabokov
Poems and Problems

Matt in 2  
Nabokov:››Ich erinnere mich, wie ich langsam aus einer Ohnmacht konzentrierter Schachgrübelei erwachte, und vor mir auf dem großen englischen Schachbrett aus hellgelbem und scharlachrotem Leder war endlich die makellose Stellung wie ein Sternbild ins Gleichgewicht gebracht.«
Nicht funktioniert 1.b8S, wenn auch alle Abwehrzüge zu scheitern scheinen:
1…d6+ 2.Sd7#;
1…dxe6+ 2.Sf7#;
1…d5+ 2.DC7#;
1…Kd6 2.Dc5#;
1…d5+ Dc7# 1…Sc1 2.Dd4#.
Doch nach 1…c2 ist kein Mattzug zu finden!
Das unerwartete 1.Lc2! sichert jedoch den Sieg.
Alle Gegenaktionen scheitern:
1…d6 2.Tf5#
1…dxe6; 2.Dc5#
1…d5+ 2.Dc7#
1…Sc1 2.Dd4#
1 …Sd4 2.Dxd4#.
Nabokovs Traum!


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Schachkalender 23.04. proSchach.de
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Schachkalender – 21.04.

21. April SCHACHGESCHICHTE – Teil I

KALENDER: Mihail Marin *1965, rum. GM – Jakow Borissowítsch Estrin *1923-1987, russ. GM u. FS-WM (FS=Fernschach)

 

Schach-Quizz – vom ersten Auftauchen des Schachtürken bis zum 1. Schachmagazin

QUIZ:  erstes Auftauchen des „Türken“
1. Seit wann werden Elo-Zahlen veröffentlicht?
A) 1950 B) 1977
C) 1970 D) 1921
2. Wann kam die mechanische Doppeluhr von Thomas Bright Wilson in Verwendung?
A) 1851 B) 1914
C) 1883 D) 1921
3. Wer verwendete erstmals eine algebraische Notation?
A) André Philidor B) Philipp Stamma
C) Ercole del Rio  D) Howard Staunton
4. In welchem Jahr tauchte ››Der Türke«, ein Schachautomat, in Wien auf?
A) 1769 B) 1683
C) 1821 D) 1588
5. Wer begründete die ››Hypermoderne Schachschule«?
A) Louis Paulsen B) Carl Schlechter
C) Carl Jänisch    D) Richard Rétí
6. In welchem Jahr wurde die FIDE in Paris gegründet?
A) 1921 B) 1924
C) 1896 D) 1948
7. Wer organisierte die ››Sowjetische Schachschule«?
A) Wjatscheslaw Ragosin B) Jakow Estrin
C) Nikolai Krylenko            D) Michail Tschigorin
8. Welches Land gewann die 1 . offizielle Schacholympiade?
A) England         B) Dänemark
C) Sowjetunion D) Ungarn
9. ln welcher Zeitschrift erschien die erste Schachkolumne der Geschichte?
A) Liverpool Mercury  B) Berliner Anzeiger
C) Glasgow Citizen       D) Züricher Illustrierte Zeitung
10. Wie hieß das erste Schachmagazin?
A) Deutsche Schachzeitung B) British Chess Magazine
C) Le Palamède                      D) Chess Player’s Chronicle

Lösung:
1C-› 11.Juli/2C-›6.Apr./3B-›31.Aug./4A-›31.Aug./5D-›29.Nov.
6B-›20.Juli/7C-›29.Nov./8D-›19.Juli/9A-›13.Dez./10C-› 13.Dez.


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Schachkalender – 20.04.

20. April UNTER  DEN STERNEN GEBOREN

KALENDER: Robert Byrne *1928-2013, am. GM• Edgar(d) Colle +1932 • Viorel Iordachescu *1977, moldaw. GM
• Wolfgang Unzicker +2006

 

Sternzeichen der Meister + Chinesisches Horoskop

Hier sind alle Spieler aus der jeweiligen Kurzbiografie dieses Buches übersichtlich aufgeführt.

WIDDER (21. März – 20. April)
Bogoljubow BÜ / Koneru HS / Kortschnoi ZI / Kasparow HS / Najdorf HD/ Polgar, Zsuzsa HN / Portisch BÜ / Smyslow HN / Staunton PF/ Uhlmann SN

STIER (21. April – 20. Mai)
Euwe BÜ / Gaprindaschwili SL / Miles ZI / Nunn ZI / O’Kelly de Galway SN/ Schmid
DR/ Sosonko ZI / Spielmann ZI / Stanec AF / Steinitz AF

ZWILLINGE (21. Mai – 21. Juni)
Boleslawski ZI / Janowski DR/ Karpow HS / Klinger ZI / McDonnell PF/  Petrosjan SL / Reti BÜ / Short SL / Swidler DR

KREBS 22. (Juni – 22. Juli)
Anderssen TI/ Gelfand AF / Kramnik HS / Morphy HN / Schirow RA/ Unzicker BÜ

LÖWE (23. Juli – 23. August)
Andersson HS / Botwinnik SN/ Duchamp SN/ Kotow BÜ / Marshall BÜ / Pfleger ZI/ Polgar, Judit DR

JUNGFRAU (24. August- 23. September)
Charousek HN / Philidor PF/ Zukertort Tl

WAAGE (24. September – 23. Oktober)
Aronian HD / Fine Tl / Lekö ZI / Ponomarjow SN / Robatsch SL / Rubinstein PF / Waganjan HS

SKORPION (24. Oktober – 22. November)
Adams SN / Aljechin DR/ Capablanca RA / Flohr AF / Grünfeld SL / Hübner RA / Kashdan SL/ Nimzowitsch HD/ Polgar, Zsofia Tl/ Polugajewski HD/ Stein HD /Tal RA/ Tschigorin HD/ Xie Yun HD

SCHÜTZE (23. November – 21. Dezember)
Anand HN / Beljawski SL / Blackburne BÜ / Carlsen PF/ Kasimdschanov ZI / Marco SN / Pillsbury AF / Reshevsky SN / Timman HS / Torre SL / Carlsen PF

STEINBOCK (22. Dezember – 20. Januar)
Khalifman PF/ Junge RA/ Karjakin PF/ Keres DR/ Lasker DR/ Paulsen SL / Tschi­burdanidse

WASSERMANN (21. Januar – 19. Februar)
Bronstein RA/ Gligoric SN / Mecking DR/ Menchik PF/ Spasski BÜ / Taima­now Tl

FISCHE (20. Februar – 20. März)
Fischer ZI / Geiler BÜ / lwantschuk HN / Larsen SN / Maroczy PF / Radjabov HS /
Schlechter HD/ Tarrasch HD/ Tartakower SN/ Topalov HS

CHINESISCHES HOROSKOP

HUND HD SCHWEIN SN RATTE RA BÜFFEL TIGER Tl HASE HS

DRACHE DR SCHLANGE SL PFERD PF ZIEGE/SCHAF ZI AFFE AF HAHN HN


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Schachkalender – 19.04.

19. April DAS POLGAR-EXPERIMENT

KALENDER: Conel Hugh O’Donel Alexander *1909-1974, brit. IM u. Entschlüsseler des Enigma-Codes – Zsuzsa Polgár *1969, ung.-am. GM, WWM 1996-1999  Antoaneta Stefanova *1979, bulg. GM, FWM 2004  

Geplantes Genie

Nicht nur Franziska van Almsick, Boris Becker oder Lang Lang haben extrem früh mit dem Training begonnen –
es gilt halt immer noch – früh übt sich, wer ein Meister werden will. Dennoch unumstritten ist dieser Weg zur finanziellen Freiheit nicht.

Das ebenso umstrittene wie umjubelte Experiment des László Polgár, den Beweis für ››planbares Genie« mit seinen eigenen drei Töchtern zu erbringen, muss heute als voller Erfolg bezeichnet werden. Der pädagogische Psychologe aus Ungarn ging davon aus, dass die Einflüsse von Umwelt und Familie entscheidend für die Lernqualität auf einem Spezialgebiet sein würden, viel mehr als die genetischen Voraussetzungen durch Vererbung. Zudem war Polgár der Ansicht, dass Frauen, sobald sie von den Rollenbildern der Gesellschaft losgelöst sind, gleich hohe Leistungen bringen würden wie Männer. Lászlo Polgárs Prinzip: hartes, diszipliniertes Training, starke Gegner, exzellente Trainer.

Der eigentliche Polgár-Weg begann mit der ältesten Tochter Zsuzsa, die im Alter von drei Jahren auf die fesselnden Geschichten des Vaters über die hölzernen Figuren mit Faszination und Liebe zum Schach reagierte. Schon ein Jahr später gewann sie die Budapester Mädchen-U11 mit einem Ergebnis von 10:0. Von nun an wurde nach einem minutiösen Tagesplan gearbeitet: Tischtennis, Unterricht, Schach – Tag für Tag ab 6 Uhr früh.

Mit elf Jahren wurde Zsuzsa U16-Weltmeisterin bei den Mädchen. Der wahre Nachweis für László Polgárs Theorie wurdejedoch von derjüngsten Toch- ter Judit erbracht. Sie wuchs bereits in ein intaktes Trainingssystem hinein, und sie spielte von Beginn weg nur bei den Männern mit. Dazu László Polgár: »Wenn ich mei- nem Kind statt heißem lauwarmes Wasser gebe, wird es nicht wissen, wie es mit heißem Wasser umgehen soll. … Wenn Portisch, Fischer oder Kasparow Frauenturniere hätten spielen müssen, hätten sie nie dieses Niveau erreicht.«

Dieser konsequente Weg führte zum Triumph aufvielen Ebenen: 1988 gewann das ungarische Damenteam in Thessaloniki die Goldmedaille bei der Olympiade (Judit erreichte phantastische 12,5/13), 1996 wurde Zsuzsa Weltmeisterin, 1989 erreichte Zsófia in Rom eine unvorstellbare Elo-Performance von 2897 Punkten. Und schließlich sprengte Judit alle bis dahin geltenden Grenzen.

Mit 12 Jahren schaffte die jüngste Tochter ihre erste GM- Norm, mit 15 Jahren und 4 Monaten brach sie den Rekord »jüngster Großmeister«, den bis dahin Bobby Fischer gehalten hatte, 2003 überschritt sie die magische Schwelle von 2700 Elo-Punkten.
Zeitweilig stand Judit sogar unter den Top-10 der Männer-Elo-Liste.

Dennoch bleibt die moralische Frage: Kann man und darf man seine Kinder so erziehen, wie es László Polgár vorexerzierte?
Darf man Kinder für Experimente dieser Art heranziehen?
Kann man prognostizieren, welchen Preis man für diese Erfolge wird bezahlen müssen?
Mit Plan wurde Deutschland auch 2014 Fußballweltmeister.

Was bleibt ist der Beweis für die These: Genie ist planbar! (Auszug aus einem Aufsatz von Harald Schneider-Zinner)

Gelungen!

Quelle: -pdf.

Schachkalender 19.04. proSchach.de
Schachkalender, Zitate, Schachanekdoten und Schachgeschichte, Schachtageskalender 19.04.