Schachkalender – 23.01.

  1. Januar CITIUS, ALTIUS, FORTIUS! (lateinisch, deutsch: schneller, höher, stärker. – heute eher: schneller, höher, weiter.)

KALENDER: Johann Wolfgang von Kempelen *1734-1804, öst. Erfinder des Schachautomaten
„Der Schach-Türke“ – Henrique da Costa Mecking *1952, bras. GM

Rising stars – but not only short time shooting stars

▪ Paul Morphy kam nach Europa, besiegte sämtliche Gegner mit vernichtenden Ergebnissen –
und zog sich daraufhin völlig vom Schach zurück.
▪ Michail Tschigorin war ein Phänomen, erreichte er doch erst als fast Dreißigjähriger innerhalb weniger Jahre Meisterstärke.
▪ Harry Nelson Pillsbury gewann Hastings 1895, sein erstes (!) internationales Turnier. Er sollte diesen Erfolg niemals mehr wiederholen.
▪ Ossip Bernstein, russischer Staatsbürger, stieg im Berliner Schachklub innerhalb eines Jahres zur Weltelite auf.
▪ José Raul Capablanca war im Alter von knapp über zwanzig in Europa so gut wie unbekannt. 1911 wurde er nach San Sebastian eingelanden, nicht ohne Protest einiger Spieler, da Capablanca noch keine Turniersiege aufwies. Es kam, wie es kommen musste: Capablanca triumphierte über die Weltelite.
▪ Mario Monticellí ist zweifellos der unscheinbarste Name in dieser illustren Liste. 1926 hatte dieser reine Amateur in Budapest mit einem einsamen Triumph seine Sternstunde. 1985 wurde ihm als altem Mann der Großmeistertitel verliehen.
▪ Bobby Fischer gewann 1957 mit 14 Jahren gleich drei amerikanische Meisterschaften: Junior Championship, US-Championship und US Open.
▪ Michail Tal war 1957 ein aufsteigender Stern, drei Jahre später saß er auf dem Weltmeisterthron.
Schachabstinenz
▪ Wilhelm Steinitz spielte zwischen 1873 und 1894 in nur zwei (!) Turnieren.
▪ Amos Burn spielte vor seinem großen Comeback 1886 (drei erste Plätze) mehr als fünfzehn Jahre lang nicht einmal eine Kaffeehauspartie.
▪ Emanuel Lasker hatte kaum den WM-Retourkampf gegen Steinitz gewonnen, als er sich für drei Jahre in Heidelberg fast ausschließlich seinen Doktorarbeiten in Philosophie und Mathematik hingab. 1899 beim Wiedereinstieg in London siegte er dennoch komfortabel mit 23 1/2 von 28 Punkten. Später nahm er weitere lange Auszeiten, zuletzt (1925 bis 1934) volle neun Jahre.
▪ Ossip Bernstein, der große franko-russische Meister, entsagte dem Schach zweimal: zwischen 1920 und 1930 und dann nochmals zwischen 1933 und 1946.
▪ Michail Botwinnik nahm vor dem WM-Kampf 1951 gegen David Bronstein drei Jahre Auszeit, um den Doktortitel zu erwerben.
▪ Henrique da Costa Mecking, Wunderkind und später Geistlicher, musste sich Ende der siebziger Jahre wegen einer Muskelerkrankung vom Schach zurückziehen. 1991 tauchte er geheilt wieder mit großer Ambition in die Szene ein.
▪ Gata Kamsky ist ein moderner Aussteiger, der sich zwischen 1996 und 2004 völlig
von der Schachszene zurückzog. Zunächst entschied sich Kamsky für ein Medizin-, später für ein Jusstudium.

Quelle – pdf:

Schachkalender 23.01. proSchach.de
Schachkalender, Zitate, Schachanekdoten und Schachgeschichte, Schachtageskalender 23.01.