Schachkalender – 17.04.

17. April MAGISCHE Z√úGE: JONG/LAUTIER

KALENDER:  Vladas Mikenas *1910-1992, estn.-sowj. GM – Klaus Junge ‚Ć1945 – Peter Wells *1965, engl. – Jo√ęl Lautier *1973, frz. GM

Rettende Magie – Bild vor Augen wie im Damengambit

In beiden Beispielen kann es der Meister auf elegante Art schaffen, nicht nur den Kopfaus der Schlinge zu ziehen, sondern die Partie sogar noch umzudrehen. Er muss jedoch die zwingenden Zugfolgen erst einmal vor seinem geistigen Auge entstehen lassen!
Jong ist dies gelungen,
Lautier dagegen scheitert an diesem Vorhaben.

Jong – Szabados 1952
Wie zieht Weiß?
Tipp: Geben Sie sich nicht mit einem Läuferschach auf f6 und nachfolgendem Nehmen des schwarzen Turms zufrieden.
Weiß kann gewinnen.
Zunächst ist ein Damenopfer angesagt:
1.Dxh4+ Kxh4 2.Lf6+! g5 (erzwungen) 3.Lc3!! und Schwarz ist im Zugzwang.
3…g4 wird mit Lf6# beantwortet, die Dame muss auf der zweiten Reihe ausharren, um das Bauernmatt g3 zu verhindern,
und gleichzeitig das Feld e1 kontrollieren: also
3…Df2. Doch nun 4.Le5! mit doppelter Mattdrohung 5.g3# und 5.Lg3#.
Finis!

Gelfand – Lautier
Belgrad 1997


Wie zieht Schwarz?
Tipp: Nach 1…Lc4 und 2.Kd2 gab Lautier entnervt auf.
Doch er h√§tte in der Diagrammstellung durch einen genialen Opferzug gewinnen k√∂nnen. …b4!!.
Egal, was Weiß tut, der b-

Bauer wird zur Dame erhoben, oder der Turm muss sich opfern.
2.Txd5 b2 3.Td1 bxa3 oder
2.Kd2 bxa3 3.Kc3 b2 4.Tb5 Le4 oder
2.axb4 b2.

Mächtig gut gemanaged РMachtvolI!

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Schachkalender – 16.04.

16. April MANAGEMENT UND SCHACH

KALENDER:  J√∂rg Hickl *1965, dt. GM

Siegerstrategien

Zusammenh√§nge zwischen Management und Schach wurden erst in den letzten paar Jahren durch entsprechende Literatur untersucht. (A) Alexander Goetz: Schach! Dem Manager. Springer Verlag, Wien 2003. Hier werden deutlich Parallelen zwischen Schach und heutiger Unternehmensf√ľhrung aufgezeigt, garniert mit praktikablen Tipps f√ľr das t√§gliche Business¬≠ Life.
(B) Garri Kasparow: Strategie und die Kunst zu leben. Piper Verlag, M√ľnchen-Z√ľrich 2007 13. Apr.). Der geniale Ex-Weltmeister ist √ľberzeugt, dass Schach neben Logik, Kon¬≠ zentration und Entscheidungsf√§higkeit auch Phantasie und Kreativit√§t lehrt. Kasparow gibt durch Analyse seiner Lehren aus dem Schachspiel viele Ratschl√§ge f√ľr einen Erfolgsweg im Berufs- und Alltagsleben.
(C) Jorge Vasconcellos: Strategy Moves. Pearson, London 2007. Das Credo dieses Autors lautet: Wer als Unternehmer erfolgreich sein m√∂chte, muss Strategien zum idealen Zeitpunkt f√ľr Investitionen kennen. Die Kunst zwischen Angriff und Verteidigung ist das zentrale Thema dieses Buches. Bekannt d√ľrfte auch der Managementspruch sein ‚Äď ‚ÄěStructure follows stategy.‚Äú ‚Äď und genau darum geht es auch beim Schach. (Br√ľckenbau zur Damenumwandlung; St√ľtzpunktbau f√ľr die Springer-Attacke u.v.a.m)

Allgemeine Grunds√§tze des Managens (wie etwa in Fredmund Maliks ausgezeichne¬≠ tem Buch F√ľhren- Leisten Leben beschrieben) stellen das Fundament der Professionalit√§t dar. Je h√∂her der Grad an Komplexit√§t einer Aufgabe, desto wichtiger die Anwendung dieser Grunds√§tze. Allerdings wirken sie nur im Paket und d√ľrfen daher nie als Einzelelemente verstanden werden. Voraussetzung f√ľr den Erfolg ist das Erkennen dieser Grunds√§tze wie auch deren langj√§hrige Anwendung, also kurz: die Erfahrung. Alle diese Parameter gelten auch uneingeschr√§nkt f√ľr jeden Schachspieler.
Mehr lernt man in Management-Akademie – “https://www.malik-management.com (MZSG)”

Ergebnisse anstreben: Letztlich wird jeder Manager/Schachspieler an seinen Resultaten gemessen. Diese mit Effektivität anzustreben muss das große Ziel sein.
Vom Ziel aus Denken, welchen Weg muss mein Springer gehen, um der Dame oder dem König keine Fluchtfelder zu gestatten. => Sieg

Blick aufs Ganze bewahren: Wer als Manager/Schachspieler nur ¬Ľeine Ecke des Brettes¬ę sieht und den Gesamtzusammenhang nicht versteht, kann auf Dauer keinen Erfolg haben. Alle Facetten des ¬ĽSpiels¬ę sind wichtig.

St√§rken f√∂rdern: Nicht die Frage ¬ĽWas tust du gern?¬ę sondern die Frage ¬ĽWas f√§llt dir leicht?¬ę muss im Mittelpunkt stehen.
Die eigenen St√§rken zu f√∂rdern und ¬∑nicht nur die Schw√§chen auszub√ľgeln erm√∂glicht den Weg zum guten Mana¬≠ ger/Schachspieler.

Vertrauen geben/haben: Vertrauen in die eigene F√§higkeit und in die F√ľhrungs¬≠st√§rke des Trainers sowie des Beraterteams sind im Management/Schachsport entscheidend. Vertrauen darf jedoch niemals entt√§uscht werden!

  • Kunst des Wenigen sehen: Weder der Manager noch der Schachspieler darf zu viele Dinge gleichzeitig tun.
    Wer sich verzettelt, hat zwar das Gef√ľhl, gearbeitet zu haben, ohne allerdings Resultate zu erbringen.
  • Positiv denken: Wer positiv denkt, egal ob Manager oder Schachspieler, wird seine Einstellung zu ¬ĽBergen¬ę ver√§ndern.
    Statt einer H√ľrde sieht er darin eine Chance. Es kommt nur darauf an, im Jetzt zu wirken, mit all den F√§higkeiten, die man hat.

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Schachkalender – 15.04.

15. April GRANDIOSES GEM√ĄLDE

KALENDER: ¬†Efim Bogoljubow *1889-1952, ukr.-dt. Meister ‚ÄĘ George Henry Mackenzie +1891 ‚ÄĘ Ivan Nemet *1943-2007, ung. GM

Bogoljubow – Aljechin Hastings 1922

20 Z√ľge hat Wei√ü f√ľr seinen ersten Zug zur Verf√ľgung. Danach ver√§stelt sich die Variantenzahl ins Unermessliche (1014 f√ľr die ersten f√ľnf Doppelz√ľge!). Datenbanken mit mehr als 3 Millio- nen Partien, die praktisch die gesamte Schachgeschichte seit Lucena abdecken, zeigen folgende Zugverteilung – analog zu “Wei√ü beginnt – schwarz gewinnt” – statistisch unterst√ľtzt.
(Zug: H√§uÔ¨Āgkeit in % – Punkte in % – Elo-Performance -Remisquote in %):
e4: 50,3 – 53,7 – 2340 – 27
d4: 31,8 – 55,1- 2370 – 31
Sf3:   7,5 Р55,2 Р2381 Р34
c4:    7,1 Р54,7 Р2369 Р32
f4:     0,7 Р48,3 Р2211 Р24
g3:    0,7 Р54,5 Р2376 Р33
b4:    0,5 Р50,8 Р2195 Р21
b3:    0,4 Р50,5 Р2302 Р27
Sc3:   0,3 Р53,2 Р2269 Р26
g4:   0,01 Р50,4 Р2197 Р15

Wei√ü erreicht insgesamt 54,3% der Punkte (bei Gro√ümeistern √ľber Elo 2500 sogar 55,7%). Wegen der Sizilianischen Verteidigung ist die Punkteausbeute von 1.e4 schw√§cher
als diejenige von 1.d4.

Auff√§llig ist die Statistik bei der Benk√∂-Er√∂ffnung (g3): deutlich √ľber 50%.

Er√∂ffnungen: H√§uÔ¨Āgkeitsverteilung in % (seit dem Jahr 2000)
2,85% – Sizilianisch, Najdorf: 1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 a6 – Fischer und Kasparow waren absolute Kenner dieses Aufbaus.
0,95% – Sizilianisch, Drachen: 1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.d4 cxd4 4. Sxd4 Sf6 5.Sc3 g6
0,93% – Sizilianisch, Klassisch: 1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.d4 cxd4 4. Sxd4 Sf6 5.Sc3 Sc6
0,93% – Sizilianisch, Sweschnikow: 1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.d4 cxd4 4. Sxd4 Sf6 5.Sc3 e5
0,87% – Spanisch, geschlossen: 1.e4 e5 2. Sf3 Sc6 3.Lb5 a6 4.La4 Sf6 5.0-O Le7
0,76% РKönigsindisch: 1.d4 Sf6 2.c4 g6 3.Sc3 Lg7 4.e4 d6 5.Sf3 0-0

Die erfolgreichsten Eröffnungen sind entsprechend den Datenbanken:
f√ľr Wei√ü
Damengambit:
1.d4 d5 2.c4 (+41 = 34 -25)
Englisch: 1.c4 c5 (+37 = 40 -23)

f√ľr Schwarz
Nimzoindisch: 1.d4 e6 2.c4 Sf6 3.Sc3 Lb4 (+31 = 35 -34)
Pirc: 1.e4 d6 (+34 = 29 -37)

Vermeiden sollte Weiß dagegen 1.f4 d5 S.Sf3, da nur knapp 48% winken.

Schwarz erreicht mit 1.c4 Sf6 2.Sf3 e6 3.e4 gar nur bescheidene 39% der Punkte.
Bogoljubow-Indisch (1 .d4 Sf6 2.c4 e6 3.Sf3 Lb4+),
Gr√ľnfeld-Indisch (1 .d4 Sf6 2.c4 g6 3.Sc3 d5) und
Englisch (1 .c4 c5) haben eine Remisquote von 40%.
Letzte Bemerkung: Vorlieben f√ľr diese oder jene Er√∂ffnung haben im Laufe derZeit √§hnliche Wandlungen erfahren wie die Mode.
Also Trends sollte man selbst verfolgen und die entsprechenden Fallen vorher studieren.
Eine der Quellen f√ľr aktuelle und spannende Er√∂ffnungen ist wie immer: “https://theweekinchess.com“.

Quelle: -pdf.

Schachkalender, Zitate, Schachanekdoten und Schachgeschichte, Schachtageskalender 15.04.
Schachkalender, Zitate, Schachanekdoten und Schachgeschichte, Schachtageskalender 15.04.

Schachkalender – 14.04.

14. April GRANDIOSES GEM√ĄLDE

KALENDER: ¬†Efim Bogoljubow *1889-1952, ukr.-dt. Meister ‚ÄĘ George Henry Mackenzie +1891 ‚ÄĘ IvanNemet *1943-2007, ung. GM

Bogoljubow – Aljechin Hastings 1922

Was f√ľr die einen die “Immergr√ľne-Partie” ist, das f√ľr andere Schachenthusiasten diese Partie von vor 100 Jahren.

Eine Partie, die unter Kommentatoren seit jeher Verz√ľcken verursachte. Hier einige Stimmen: Tartakower (¬Ľsch√∂nste Partie der neuesten Zeit¬ę), Chernev (¬Ľ… das gr√∂√üte Meisterst√ľck, das je auf dem Schachbrett geschaffen wurde¬ę),
Kasparov (¬Ľgrandioses Gem√§lde¬ę – Meine gro√üen Vork√§mpfer ). Gro√üartige Op¬≠fer, weitr√§umige Strategie – alles was denkbar ist,
wurde von Aljechin und Bogoljubow auf das Schachbrett gezaubert. Aljechin gewann letztlich auch das Turnier.

1.d4 fS 2.c4 Sf6 3.g3 e6 4.Lg2 Lb4+ S.Ld2 Lxd2+ 6.Sxd2 Sc6 7.Sgf3 0-0 8.0-0 d6 9.Db3 Kh8
10.Dc3 e5 11.e3 a5! 12.b3 De8 13.a3 Dh5 14.h4 Sg4 1S.Sg5 Ld7 16.f3 Sf6 17.f4 e4

18.Tfd1 h6 19.Sh3 d5 20.Sf1 Se7 21.a4 Sc6 22.Td2 Sb4 23.Lh1 (sieht unnat√ľrlich aus) De8
24.Tg2 dxc4 25.bxc4 Lxa4 26.Sf2 Ld7 27.Sd2 b5 28.Sd1 Sd3 29.Txa5. Wei√ü gewinnt in schwieriger Stellung seinen Bauern zur√ľck. 29… b4 30.Txa8 bxc3. Auch 30…Dxa8 31.Db3 Da1 32.Db1 Dxb1 33.Sxb1 Ta8 w√§re bereits f√ľr den Sieg gut.
31.Txe8
(Diagramm siehe unten)

31…c2!! (meisterhaft – mit doppeltem Turm¬≠opfer!).
32.Txf8+ Kh7 33.Sf2 c1D+ 34.Sf1 Se1. Droht 35.Sf3#.
35.Th2 Dxc4. Idee: Ld7-b5 und Mattdrohung auf f1. Weiß muss daher die Qualität geben.
36.Tb8 Lb5 37.Txb5 Dxb5 38.g4 Sf3+ 39.Lxf3 exf3 40.gxf5 (Diagramm 2-weiter unten)
40…De2. Wei√ü ist in Zugzwang, etwa’ 41.Sh3 Sg4 42.Txe2 fxe2, und schon wieder entsteht eine Dame auf dem Brett.
41.d5 Kg8 42.h5 Kh7 43.e4 Sxe4 44.Sxe4 Dxe4 4S.d6 cxd6
46.f6 gxf6 47.Td2 De2 48.Txe2 fxe2 49.Kf2 exf1D+
50.Kxf1 Kg7 51.Kf2 Kf7 S2.Ke3 Ke6 53.Ke4 d5+ und gleichzeitig Aufgabe.

Ende des grausam schönen Spiels!

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Schachkalender – 22.04.

22. April PARTIE-REKORDE

KALENDER: Alexander Dimitrijewitsch Petrow +1867

 

Rekordpartien – eine bunte Melangechach-Quizz

Details mit Diagrammen und näheren Erläuterungen können auf Tim Krabbes (Hans Maarten Timotheus)
Internetseite (Kurioses) nachgelesen werden.

269 Z√ľge – l√§ngste Partie: Nikolic -Arsovic (Belgrad 1989)

193 Z√ľge – l√§ngste entschiedene Partie: Stepak-Masbian 1:0 (Israelische Meister¬≠ schaft 1980)

155/150 Z√ľge – aufeinanderfolgende Monsterpartien:Tscheparinow Stefanova und Tscheparinow- Onischuk (Wijk aan Zee 2005)

3 Z√ľge – k√ľrzeste Partie: Djordjevic Kovacevic (Bela Crkva 1984): 1.d4 Sf6 2.LgS c6 3.e3 Da5+ (und damit Verlust des L√§ufers);
zumindest ist dies die k√ľrzeste belegte Par¬≠tie, die ernsthaft gespielt wurde

72 Z√ľge – sp√§testes Schlagen: Meijfroidt Lenoir (Veurne 2000), Meijfroidt verlor nach Zeit; Filipowicz Smederevac (Polanica Zdroi
1966) endete nach der 50-Z√ľge-Regel untentschieden

17 Z√ľge – k√ľrzester Zeitpunkt, bis zu dem alle Figuren geschlagen wurden: Rodriguez¬≠ Martin (Oviedo 1999)

31 Z√ľge – l√§ngste Siegpartie ohne Schla¬≠ gen: Nuber Keckeisen (Mengen 1994)

27 Z√ľge-fr√ľhestesPatt: Sibilio-Mariotti (Ra¬≠venna 1982) / Diagramm 1

73 Z√ľge – Folge von Z√ľgen mit nur einer Fi¬≠gur (hier der Dame): Mackenzie Mason (Lon¬≠don 1882)

17 Halbz√ľge – l√§ngste Schlagfolge: Blodig Wimmer (1988) und Rudd Roberson. (Swansea 2006)

151 Z√ľge- l√§ngste Folge ohne Schlagen: Wegner-Johnson (Gausdal 1991)

75 Z√ľge – gr√∂√üte Auswahl an M√∂glichkei¬≠ ten: Podhorzer Palda (Wien 1933, Wei√ü nach dem 25. Zug) Diagramm 2

16 Z√ľge – l√§ngste symmetrische Partie: Rot¬≠levi Eljaschoff, St. Petersburg 1909

48. Zug Рspäteste Rochade: 0-0 Neshewat Garrison (Detroit 1994) und 0-0-0 Somogyi- Black (New York 2002)

15 x Schlagen auf d5 Рgrößtes Schwarzes Loch: Ng Erigayama (Manila 1992)

6 Damen Рgrößte Zahl an Umwandlungen: Panchenko Vnukov (Woronesch 1999), Kubi­kova Novy (Polsen 2003)

.


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Schachkalender 22.04. proSchach.de
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Schachkalender – 18.04.

18. April AUGENSCHMAUS

KALENDER: ¬†Rudolf Charousek +1900 ‚ÄĘ Leonid Kubbel +1942 ‚ÄĘ William Watson *1962, engl. GM ‚ÄĘ Jona¬≠than Rowson 1977, schott. GM

Bezaubernd – etwas auch f√ľr¬īs innere Auge

In beiden BeispielenKlein, aber fein – ist diesmal bei Christian Ziegler und S√ľtterlin die Losung.
Dennoch sind die L√∂sungen sehr elegant und √ľberraschend.

Christian Ziegler
1966

Matt in 4

Der Schachjournalist Christian Ziegler hat die¬≠ sen Vierz√ľger angeblich knapp vor einem Wettkampf getr√§umt.
Jedenfalls ist der Lö­sungsweg traumhaft schön.

1.Lg2 g3 2.f3 g4 3.f4 Kh4 4.Th6#.

Permanenter Zugzwang!

S√ľtterlin
1895

Matt in 3

Aufbauend auf der S√ľtterlin-Stellung im kleinen Diagramm (matt in 2), entstand einige Jahrzehnte danach dieser Leckerbissen:

1.Lc6! bxc6 2.Kc8 es 3.Sc7#.

Das Original ist etwas simpler:
1.c6! bxa6

Augenweide!

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Schachkalender – 13.04.

13. April BIOGRAFIE: GARRI KASPAROW

KALENDER:  Jean Dufresne †1893 РGarri Kimowitsch Kasparow *1963, aserbaid.-russ. WM 1985-1993-(2000) РKonstantin Sakajew *1974, russ. GM РAivars Gipslis †2000

Garri Kimowitsch Kasparow und Das andere Russland

F√ľr viele Beobachter gilt Garri Kimowitsch Kasparow als der beste Schachspieler aller Zeiten.
Nicht allein wegen der vor Magnus Carlsen mit 2851 Punkten h√∂chsten je erreichten Elozahl, sondern vor allem wegen seiner dynamischen aggressiven Spielweise, die, gepaart mit ei- nem immensen er√∂ffnungstheoretischem Wissen, zwei Jahrzehnte lang s√§mtliche Gegner in die Schranken wies. Daneben nahm Kasparow den Kampf ‚Äļ‚ÄļMensch gegen Maschine¬ę auf, den er letztlich als Punktsieger beendete (1996 gegen Deep Blue 4:2 bei einer Niederlage; 2003 gegen Deep Junior 3:3).

1999 trat Garri Kimowitsch publikumswirksam ¬ĽGegen die Welt¬ę an, online √ľber ein lnternetportal.
Jedermann konnte √ľber den n√§chsten Zug abstimmen. Nach vier Monaten siegte Kasparow im 62. Zug. Seit 2003 gibt er unter dem Titel Meine gro√üen Vork√§mpfer eine auf 7 B√§nde konzipierte Geschichte der Schachweltmeister heraus. Am 10. M√§rz 2005 erkl√§rte Kasparow v√∂llig √ľberraschend seinen R√ľcktritt vom aktiven Schach. Seither f√ľhrt er als Politiker eine neue Schlacht abseits des Schachbretts.
Er k√§mpft verbissen f√ľr das oppositionelle B√ľndnis ‚Äļ‚ÄļDas andere Russland¬ę. Ausgang ungewiss!
(Er hat massiv versucht die Ordnung bis zur √Ąra-Putin zu ver√§ndern und sich auch im Ukraine-Krieg klar positioniert, wobei eine Verschiebung der Nato in Richtung Russlands-Grenzen 1989 ausgeschlossen wurde.)

Garri Kimowitsch Kasparow wurde am 13.April 1963 in Baku als Garik Weinstein geboren. Seine Mutter Klara Kasparjan, eine Musiklehrerin, hatte armenische Wurzeln, sein Vater Kim Weinstein, der fr√ľh starb, war ein deutschst√§mmiger Jude.
Wegen antisemitischer Stimmungen entschied man sich im Alter von zw√∂lf f√ľr eine Namens√§nderung auf Kasparow (die russische Form von Kasparjan). Kasparow lernte Schach fr√ľh kennen. ln eigenen Worten: ‚Äļ‚Äļlch hatte noch nie Schach gespielt, aber ich sah gespannt zu, wie sie sich abm√ľhten . . . und schlie√ülich resigniert aufgaben. Am n√§chsten Morgen zeigte ich ihnen den zur l√∂sungsf√ľhrenden Zug.¬ę Ein erster Einstieg im Palast der Jungpioniere in Baku wurde bald durch die Botwinnik-Schachschule abgel√∂st.
Mit 17 Jahren war Kasparow Gro√ümeister und wurde im selben Jahr auch Junioren-Weltmeister. Die Stra√üe zum WM-Titel war jedoch dornig. Karpow war vom System erw√ľnscht. Kasparow weigerte sich, seine Schachanalysen zur Verf√ľgung zu stellen, und lie√ü damit fr√ľh einen Keil zwischen sich und der allm√§chtigen Schachbeh√∂rde zu. Dennoch setzte er sich im Kandidatenzyklus f√ľr die Weltmeisterschaft durch. Am 10.9.1984 begann das l√§ngste Drama der Schachgeschichte, der letztlich unter mysteri√∂sen Umst√§nden beim Stand von 3:5 (aus Sicht Kasparows) abgebrochene Kampf gegen Anatoli Karpow.

Die Wiederholung im Oktober 1985 brachte Kasparow den Titel. Noch dreimal trat er gegen seinen Erzrivalen an. Dann folgte der dra- matische Bruch mit der FIDE, das Schisma durch die Gr√ľndung der PCA. inoffizielle Titelk√§mpfe gegen Short und Anand folgten, im Jahr 2000 der √ľberraschende Verlust der Schachkrone gegen Wladimir Kramnik. Was auch immer bis dahin oder danach geschah, Kasparow dominierte das Spitzenschach von 1983 bis 2000 in nie gekannter Weise, √§hnlich wie Magnus Carlsen (Norwegen).
Folgerichtig erschien nur ein Name fett in den Schlagzeilen: Garri Kasparow.

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Schachkalender – 12.04.

12. April PORTR√ĄT: GARRI KASPAROW

KALENDER: ¬†Joel Lautier *1973,frz. GM‚ÄĘ Shakrijar Mamedjarow *1985, aserbaid. GM

Garri Kimowitsch Kasparow

* 13. April 1963 in Baku
Russland/Sowjetunion

13. Schachweltmeister von 1985 bis 2000

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Schachkalender – 11.04.

11. April HINTER KERKERMAUERN

KALENDER: ¬†Carl Friedrich J√§nisch *1813-1873, russ. Meister u. Komponist¬† ‚ÄĘ Johann Nepomuk Berger *1845-1933, √∂st. Meister u.
Theoretiker ‚ÄĘ Henry Bird +1908

Carl Friedrich Jänisch

war einer der großen russischen Altmeister des 19. Jahrhunderts, als Eröffnungstheoretiker, im praktischen Spiel wie auch als Komponist von bisweilen visuell erstaunlichen Problemen.
J√§nisch ist Ô¨Ānnischer Herkunft und war auch im b√ľrgerlichen Beruf des Werkzeugbaus √ľberaus erfolgreich.
Schließlich brachte er es zum Professor der Mechanik.
Technische Expertise steckt jedenfalls auch in Jänischs Meisterwerken.


Carl Jänisch

Matt in exakt 10

Klar, das Springerschach auf g5 w√ľrde alles mit einem Schlag beenden.
Aber J√§nisch fordert ein Matt in exakt 10 Z√ľgen.
Also basteln wir mit Verve wie Geduld bis zum finalen Zug im zweiten Diagramm.
1.f3+ gxf3 2.exd3+ cxd3 3.Lf5+ exf5 4.Td4+ cxd4 5.a8L+ Ld5
6.Te6+ dxe6 7.Lxd5+ exd5 8.Sf6+ gxf6 9.De5+ fxe5


10.Sg5# oder auch 10.Sd6#.

Eingekerkert und verloren… ‚Äď just lost wie es so sch√∂n in Neudeutsch hei√üt.



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Schachkalender – 10.04.

10. April GUSTAVUS SELENUS

KALENDER: ¬†August II. zu Braunschweig und L√ľneburg *1579-1666, dt. Autor‚ÄĘ Samuel Loyd +¬† 1911 ‚ÄĘ
Capablanca wird 1921 gegen Lasker Weltmeister

Chronologie 3 von ca. 1500 bis 1700 (4. Apr.+31. Aug.)

um 1500 РDie Göttinger Handschrift (vermutlich eine Abschrift des Lucena-Werks) enthält die älteste vollständige Schachpartie in lateinischer Sprache.

um 1500 – Das Coronini-Manuskriptwird vom Mathematiker Luca Pacioli verfasst.

um 1S00 РZwei junge Burgherren kämpfen auf dem Platz von Marostica auf Vorschlag des Burgherrn Taddeo Parisio bei einer Schachpartie um die Hand der schönen Leonora. Der Unterlegene bekommt die Schwester Leonoras zur Frau. F 13

1507¬†¬†¬†¬† –¬†¬† Ein an de Cessolis angelehntes deutsches Schachbuch, das Schachzabel-Spiel von Jakob Mennel, erscheint in Oppenheim.

1512 – Das in Rom gedruckte Schachbuch des portugiesischen Apothekers Damiano deOdemira erscheint unter dem Titel Questo libto edaimparare giocare ascachi et de le partite. Es ist das erste Lehrbuch mit den neuen Schachregeln.

1515 РDas Schachdorf Ströbeck (seit 1991 offizieller Name) wird urkundlich erwähnt. Der Legende nach bringt 1011 ein adeliger Gefangener den Ströbeckern das Schachspiel bei. FT 26

um 1545 –¬† Francois Rabelais beschreibt in seinem Romanzyklus Gargantua und Pantagru¬≠el ¬†ein Schachspiel mit lebenden Figuren, ein wahres Gemetzel zwischen einem silbernen und einem goldenen K√∂nig.

1561¬†¬†¬†¬† –¬†¬† Die moderne Schachtheorie wird mit dem in Alcala herausgegebenen ber√ľhmten Werk des spanischen Priesters Ruy Lopez de Segura (Titel: Librodela in¬≠ vencion liberal y arte de/ juego des Axedrex) begr√ľndet. Die Rochade wird ebenfalls erstmals beschrieben. 5.Sep.¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† .

um 1575 – Am Hof Philipps II. in Madrid wird das erste Schachturnier der Geschichte gespielt. Mit den siegreichen Meisterspielern Giovanni Leonardo di Bona da Cutri (alias il Puttino, der Kleine) aus Kalabrien und Paolo Boi aus Syrakus beginnt die Hochbl√ľte des italienischen Schachs.

um 1590- Der Schachlehrer Giulio Cesare Polerio begr√ľndet mit einem unver√∂ffentlich¬≠ten Manuskript die italienische Schule.

um 1600- Erste professionelle Spieler tauchen auf. Sie leben von Wettpartien sowie dem Verfassen von  Manuskripten f√ľr adelige M√§zene.                                                            .

1616 – Unter dem Pseudonym Gustavus Selenus ver√∂ffentlicht August II. zu Braun- schweig und L√ľneburg beim Leipziger Verleger Henning Gro√ü das erste Schachbuch in deutscher Sprache: Das Schach-oder K√∂nig-Spiel. 9. Apr.

1619/1621 РDer Kalabrese Gioacchino Greco verfasst sein erstes Schachmanuskript im Auftrag der römisch-katholischen Kirche. Er notiert nicht nur Eröffnungsvarianten, sondern widmet sich der gesamten Partie, die dem Leser auch ästhetischen Genuss bereiten soll. 5. Sep.

1694 – Der Oxford-Professor und Schachhistoriker Thomas Hyde ver√∂ffentlicht seine beiden B√§nde De ludis orientalibus (libri duo), wo er eine bis heute g√ľltige Analyse der Urspr√ľnge des Schachs in Indien und Persien liefert.



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Schachkalender 10.04. proSchach.de
Schachkalender, Zitate, Schachanekdoten und Schachgeschichte, Schachtageskalender 10.04.